Ein E-Auto beim Nachbarn laden und beide profitieren davon - klingt verrückt, ist aber möglich. YouTuber Teslatim zeigt in einem Video genau so einen Fall: Sein Nachbar hat einen dynamischen Stromtarif, bei dem sich der Preis am Börsenstrom orientiert.
Weil der Strompreis in dem gezeigten Moment deutlich im Minus lag, lud das Auto kostenlos. Der Nachbar konnte daran sogar verdienen, weil sein Tarif negative Preise tatsächlich bis zum Kunden weiterreicht.
Wie chip.de berichtet, passierte das am 1. Mai - einem Feiertag mit viel Solarstrom und wenig Verbrauch. Laut Finanztip lag der Börsenpreis zwischen 13 und 14:30 Uhr bei minus 50 Cent pro Kilowattstunde.
Dynamische Stromtarife koppeln den Arbeitspreis an den Großhandelspreis. Negative Preise entstehen, wenn viel Strom angeboten, aber wenig verbraucht wird. Das passiert besonders leicht an sonnigen Feiertagen oder Wochenenden, wenn Photovoltaikanlagen viel liefern, aber Industrie und Gewerbe weniger abnehmen.
Ein E-Auto eignet sich für solche Tarife besonders gut, weil es viel Strom aufnehmen kann und oft mehrere Stunden an der Wallbox hängt. Im Beispiel lädt das Auto mit 11 Kilowatt. Wer so einen Ladevorgang in ein stark negatives Preisfenster legt, kann schnell viele Kilowattstunden in den Akku schieben.
Ein negativer Börsenpreis bedeutet aber nicht automatisch, dass auch der Haushaltsstrompreis negativ ist. Netzentgelte, Umlagen, Abgaben und Anbieteraufschläge fallen weiterhin an. Im Schnitt rechnet man 2026 mit rund 16 Cent pro Kilowattstunde an festen Preisbestandteilen.
Der Börsenpreis muss also stark genug ins Minus fallen, damit beim Kunden ein negativer Endpreis ankommt. Voraussetzung ist außerdem ein intelligenter Zähler im Haushalt. Wer einen normalen Festpreisvertrag hat, merkt von negativen Börsenpreisen dagegen nichts.