Seit dem 1. April gilt in Österreich ein neuer Preisvorteil für Stromkunden. Mit dem sogenannten "Sommer-Nieder-Arbeitspreis" (SNAP) können Haushalte ihre Energiekosten gezielt senken.
Der Rabatt betrifft den Arbeitspreis der Stromnetzentgelte und bringt eine Ersparnis von 20 Prozent. Allerdings gilt dieser nur zu bestimmten Zeiten und unter bestimmten Voraussetzungen.
Der vergünstigte Tarif greift im Zeitraum von 1. April bis 30. September täglich zwischen 10 und 16 Uhr. Genau dann ist das Stromangebot besonders hoch.
Grund dafür ist die starke Einspeisung von Photovoltaik-Strom rund um die Mittagszeit. Diese Energie soll künftig besser genutzt werden.
Ziel der Regelung ist es, den Stromverbrauch stärker in die Mittagsstunden zu verlagern. Damit sollen sowohl die Stromkosten für Haushalte sinken als auch die Netze entlastet werden.
Eingeführt wurde der Rabatt von der Regulierungsbehörde E-Control. Laut den Vorständen Alfons Haber und Michael Strebl profitieren alle Beteiligten von dieser Maßnahme.
Parallel dazu treten weitere Änderungen in Kraft. Dazu zählt etwa ein neuer Sozialtarif, von dem rund 290.000 Haushalte in Österreich profitieren. Auch neue Stromtarife von Anbietern – etwa der EVN – orientieren sich bereits an diesem Modell und setzen auf zeitabhängige Preise.
Wer den Rabatt nutzen möchte, muss aktiv werden. Voraussetzung ist ein Smart Meter, der den Stromverbrauch viertelstündlich erfasst.
Dafür müssen Kundinnen und Kunden im Portal ihres Netzbetreibers die sogenannten Viertelstundenwerte aktivieren. Ohne dieses "Opt-in" gibt es keinen Preisnachlass.
Ist die Funktion aktiviert, wird der Rabatt automatisch berücksichtigt. Wer unsicher ist, kann die Einstellung im Kundenportal überprüfen oder beim Netzbetreiber nachfragen. Einige Anbieter stellen zwar schrittweise auf die neue Auslesung um, doch das passiert nicht überall sofort. Wer gleich sparen will, sollte daher selbst aktiv werden.
Am meisten profitieren Haushalte, die ihren Stromverbrauch flexibel gestalten können. Dazu zählen etwa Geräte wie Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Trockner. Viele moderne Geräte lassen sich so programmieren, dass sie automatisch zu den günstigen Zeiten laufen.
Besonders hoch ist das Sparpotenzial bei Haushalten mit Wärmepumpe oder eigener Ladestation für E-Autos. Hier kann gezieltes Laden oder Heizen spürbar Kosten senken.
Wer eine eigene Photovoltaikanlage nutzt, sollte beachten: Der Rabatt gilt nur für Strom, der aus dem öffentlichen Netz bezogen wird.