Greenpeace will Vernichtungsverbot für neue Online-Ware

Amazon und Co. überschwemmen den Markt mit Billigware und animieren zu Impulskäufen, die immer häufiger zurückgesendet und vernichtet werden, kritisiert die Umweltschutzorganisation Greenpeace. 
Amazon und Co. überschwemmen den Markt mit Billigware und animieren zu Impulskäufen, die immer häufiger zurückgesendet und vernichtet werden, kritisiert die Umweltschutzorganisation Greenpeace. JOHANNES EISELE / AFP / picturedesk.com
Rund 1,4 Millionen zurückgeschickter Pakete mit Kleidung und Elektronik wurden im vergangenen Jahr von Online-Riesen vernichtet.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Paketstatistiken nach Retouren im Online-Handel analysiert: Demnach wurden im vergangenen Jahr 139 Millionen Pakete an heimische Privathaushalte verschickt, 46 Millionen Pakte wurden wieder retourniert. Rund 1,4 Millionen zurückgeschickter Pakete, welche vor allem Kleidung und Elektronik zum Inhalt hatten, wurden von Amazon und Co. vernichtet. Greenpeace forderte daher heute von der österreichischen Bundesregierung ein Vernichtungsverbot für neuwertige Ware.

 Lesen Sie auch Aktueller Report – Trend zu Wegwerfmode ungebrochen >>>

"Amazon und Co. überschwemmen den Markt mit Billigware und animieren zu Impulskäufen, die immer häufiger zurückgesendet werden", kritisiert Greenpeace-Expertin Lisa Panhuber.

2020 wurden 1,31 Millionen Pakete mit Textilien vernichtet

Die Onlineriesen seien zu diesem Thema eher schweigsam. Auf Greenpeace-Anfrage zu konkreten Zahlen, habe Zalando nicht geantwortet, der Versandhändler Unito berichtete, dass retournierte Ware "im Promillebereich" vernichtet würde. Amazon habe die Umweltschützer lediglich auf seinen Unternehmensblog verwiesen.

"Während Amazon dort behauptet nur in Ausnahmefällen Waren zu vernichten, zeichnen die Recherchen von Greenpeace ein anderes Bild. Mindestens eine LKW-Ladung nicht verkaufter Versandartikel landet allein an einem einzigen Amazon-Standort in Deutschland jede Woche im Müll", kritisierte Panhuber.

 Lesen Sie auch Lockdown – So gelingt der klimafreundliche Einkauf >>>

Greenpeace verweist bei seinen Recherchen auf das Institut für Ökologie und Politik, dieses habe 2021 für das Europäische Umweltbüro (EEB) eine Studie veröffentlicht und schätzt, dass bei Textilien zehn bis 20 Prozent und bei Elektroartikel vier bis zehn Prozent der Rücksendungen entsorgt werden. Daraus hat Greenpeace die Menge für Österreich hochgerechnet. Im Jahr 2020 sind demzufolge 1,31 Millionen Pakete mit Textilien und rund 120.000 Pakete mit Elektroartikel vernichtet worden.

 Lesen Sie auch Im Lockdown: "Lokal einkaufen statt bei Online-Riesen" >>>

Comment Jetzt kommentieren Arrow-Right
Nav-Account lym Time| Akt:
AmazonKonsumHandelWirtschaftUmweltUmweltschutzKlimaKlimakriseKlimaschutzGreenpeace

ThemaWeiterlesen