Ärztin "völlig überrannt"

Grippe bringt nun Wiens Gesundheitssystem ans Limit

Die Zahl der Grippefälle steigt rasant. Spitäler und Ordinationen in Wien stoßen an ihre Grenzen – die Ärztekammer fordert rasche Maßnahmen.
Wien Heute
14.01.2026, 06:45
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Die Grippewelle hat Wien fest im Griff – und ein Ende ist nicht in Sicht. Laut dem SARI-Dashboard des Dachverbands der Sozialversicherungsträger liegt die Zahl der Hospitalisierungen bereits um ein Viertel über dem Höchststand der vergangenen Saison. Auch die Arztpraxen sind überfüllt. "Die Ordinationen der Wiener Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner sind derzeit völlig überrannt und am Limit", warnt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Wiener Ärztekammer.

Mit dem Schulstart nach den Ferien könnte sich die Situation noch weiter zuspitzen. Neben Influenza häufen sich auch Infektionen mit Adeno-, Parainfluenza-, saisonalen Coronaviren und SARS-CoV-2, wie das Zentrum für Virologie der MedUni Wien meldet.

Patienten müssen Tests selbst zahlen

Besonders kritisch: Aktuell müssen viele Patienten Influenza-Tests privat bezahlen, und der Einsatz von CRP-Schnelltests zur Unterscheidung zwischen viralen und bakteriellen Infekten ist durch die Kasse stark eingeschränkt. Kamaleyan-Schmied fordert: "Es ist unerlässlich, dass wir diese Tests flächendeckend einsetzen können – für gezielte Therapien und zur Vermeidung unnötiger Antibiotikagaben."

Forderung: Influenza- und CRP-Tests als Kassenleistung

Denn falsche Medikation sei nicht nur ineffektiv, sondern gefährlich: "Eine fälschliche Gabe von Antibiotika führt zu einem Anstieg von Resistenzen." Die Kammer pocht daher auf Influenza- und CRP-Tests als Kassenleistung.

Und obwohl Medikamente im Ernstfall helfen können – das beste Mittel bleibt die Impfung. "Ein Medikament lindert Symptome, die Impfung verhindert die Erkrankung", so Kamaleyan-Schmied. Wichtig sei, dass der Impfstoff in ausreichender Menge für alle Bevölkerungsgruppen, besonders für Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke, zur Verfügung steht.

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