Guterres hat alle Mitgliedsländer dazu aufgefordert, endlich ihre Beiträge zu zahlen – und das nicht irgendwann, sondern rasch und vollständig. Wie "20 Minuten" berichtet, warnt er davor, dass sonst die UNO schon bald zahlungsunfähig sein könnte.
"Entweder kommen alle Mitgliedstaaten ihrer Verpflichtung nach, ihre Beiträge vollständig und pünktlich zu zahlen – oder die Mitgliedstaaten müssen unsere Finanzregeln grundlegend überarbeiten, um einen drohenden finanziellen Zusammenbruch abzuwenden", so Guterres in einem Schreiben an die Mitgliedsländer. Das Schreiben liegt der Nachrichtenagentur AFP vor.
Unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump haben die USA ihre Zahlungen an verschiedene UN-Organisationen gekürzt oder verzögert. Einige Mitgliedsländer halten sich generell nicht an ihre Zahlungsverpflichtungen, andere zahlen zu spät.
Die UNO steckt dadurch schon seit Jahren in einer finanziellen Krise. Immer wieder muss sie Personalaufnahmen stoppen und ihre Missionen zusammenstreichen. Laut Guterres ist das ein untragbarer Zustand: "Er setzt die Organisation einem strukturellen finanziellen Risiko aus."
Die Warnung von Guterres kommt auch zu einer Zeit, in der Donald Trump einen sogenannten "Friedensrat" ins Leben gerufen hat. Internationale Beobachter meinen, dass dieser Rat weit mehr vorhat, als sich nur um den Frieden im Gazastreifen zu kümmern. Al Jazeera berichtet, dass Trump den Rat als Gegenstück zur UNO positionieren wolle.
Bei einer Pressekonferenz zu den Zielen der UNO für das laufende Jahr hat Guterres zudem betont, dass die internationale Zusammenarbeit weltweit schwächer wird. Er warnt: "Globale Probleme werden nicht dadurch gelöst, dass eine Macht das Sagen hat."