USA besetzen Straße von Hormus

"Habt Spaß" – Iran spottet über aktuelle Spritpreise

Nach gescheiterten Gesprächen droht im Persischen Golf eine Eskalation – Teheran reagiert mit Drohungen und Spott über steigende Spritpreise.
Newsdesk Heute
13.04.2026, 19:07
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Mit einem spöttischen Seitenhieb auf die steigenden Spritpreise in den USA gießt der Iran weiter Öl ins Feuer der angespannten Lage im Persischen Golf. Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf richtete sich auf X direkt an die US-Bevölkerung: "Habt Spaß mit den aktuellen Spritpreisen."

Tatsächlich reagierten die Märkte bereits deutlich: Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Brent-Öl zur Lieferung im Juni lag zum Wochenstart bei 102,50 US-Dollar – ein Anstieg um 7,30 Dollar im Vergleich zur Zeit vor den jüngsten Verhandlungen.

Verhandlungen gescheitert

Hintergrund der Eskalation sind gescheiterte Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad. US-Präsident Donald Trump kündigte daraufhin auf X an, die Straße von Hormuz ab 16 Uhr militärisch zu kontrollieren. Schiffe aller Nationen, die iranische Häfen ansteuern oder verlassen wollen, sollen demnach gestoppt werden. Teheran bezeichnete das als "Akt der Piraterie".

Trump erklärte zudem, die US-Marine werde jedes Schiff "abfangen", das Iran für die Durchfahrt bezahlt habe. Der Iran reagierte mit Gegendruck: Die gesamte Meerenge wurde – unter Androhung von Angriffen und dem Einsatz einer begrenzten Zahl an Minen – zum "Gefahrengebiet" erklärt. Ausgenommen sind lediglich die iranischen Hoheitsgewässer, in denen Gebühren erhoben werden.

Nach Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) passieren derzeit nur noch Schiffe die Straße von Hormuz, die entweder iranisch sind oder von Teheran genehmigt wurden. Diese nehmen an einem Schutzgeldsystem teil und müssen ein vom Iran einseitig festgelegtes Verkehrstrennungsschema nutzen, das sie durch iranische Gewässer lenkt.

Washington will mit der angedrohten Blockade verhindern, dass der Iran weiterhin Gebühren kassiert und Einnahmen aus dem Ölgeschäft erzielt. Für den Iran ist die Meerenge jedoch zentral, da ein Großteil seiner Exporte darüber abgewickelt wird.

Trump droht erneut mit Angriffen

Auch militärische Schritte stehen im Raum: Laut "Wall Street Journal" schließt Trump gezielte Angriffe nicht aus, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen. Zuvor hatte er Teheran ein Ultimatum gestellt, den freien Schiffsverkehr sicherzustellen – andernfalls drohten Angriffe auf Energieanlagen und Infrastruktur. Kurz vor Ablauf der Frist wurde noch eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart, doch direkte Gespräche am Samstag in Islamabad blieben ohne Ergebnis.

Parallel dazu wollen Frankreich und Großbritannien eine mögliche Mission in der Straße von Hormuz vorbereiten. Gemeinsam mit weiteren Partnern soll über Maßnahmen beraten werden, um die freie Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge wiederherzustellen, wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf X mitteilte.

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