Streit um Wartelisten

Hacker-Pläne – FPÖ schießt gegen neue OP-Plattform

Kritik an der geplanten Transparenzplattform für OP-Wartezeiten: Statt neuer Online-Listen brauche es mehr Personal und zusätzliche Kapazitäten.
Wien Heute
23.07.2026, 07:15
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Die angekündigte Transparenzplattform für OP-Wartezeiten sorgt in Wien weiter für politische Diskussionen. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) will Patienten künftig online aktuelle Durchschnittswerte zu den Wartezeiten bei planbaren Eingriffen wie Hüft-, Knie- oder Bandscheibenoperationen zur Verfügung stellen. Die Plattform soll monatlich aktualisiert werden und für mehr Orientierung sorgen.

Hacker verweist darauf, dass damit Vertrauen geschaffen und das Gesundheitssystem besser gesteuert werden könne. Bereits in der Vergangenheit war das Thema OP-Wartezeiten umstritten. 2019 wurden die damaligen Wartelisten offline genommen, weil die veröffentlichten Daten laut Wiens Gesundheitsstadtrat fehlerhaft und damit irreführend gewesen seien. Damals kündigte die Stadt eine Überarbeitung an.

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FPÖ sieht "falsche Prioritäten"

Nun übt die Wiener FPÖ scharfe Kritik an der neuen Plattform. FPÖ-Gesundheitssprecherin Angela Schütz sieht darin keine Lösung für die eigentlichen Probleme: "Mehr Transparenz im Gesundheitswesen ist grundsätzlich zu begrüßen. Niemand hat etwas dagegen, wenn Patientinnen und Patienten besser informiert werden. Doch Gesundheitsstadtrat Hacker setzt einmal mehr die falschen Prioritäten. Eine Online-Plattform für Operationstermine klingt zwar modern, löst aber kein einziges Problem. Sie droht vielmehr, den Menschen falsche Hoffnungen zu machen."

„Um eine solche Plattform überhaupt aktuell und verlässlich zu halten, braucht es einen enormen personellen und organisatorischen Aufwand“
Angela SchützFPÖ-Gesundheitssprecherin

Nach Ansicht der Freiheitlichen lasse sich der Krankenhausalltag nicht in einer einfachen Online-Liste darstellen. Operationstermine seien von zahlreichen Faktoren abhängig – etwa von Vorerkrankungen, Voruntersuchungen, der medizinischen Dringlichkeit oder freien Operations- und Intensivkapazitäten: "Um eine solche Plattform überhaupt aktuell und verlässlich zu halten, braucht es einen enormen personellen und organisatorischen Aufwand. Genau diese Ressourcen brauche es bei der Versorgung der Patientinnen und Patienten", so Schütz.

Die FPÖ befürchtet, dass die Plattform zwar Transparenz verspreche, am Ende aber eher für Enttäuschung sorge: "Das schafft am Ende mehr Frust als Klarheit." Schütz betont, dass Digitalisierung zwar sinnvoll sei, sie aber fehlende Kapazitäten nicht ersetzen könne.

"Aber eine Liste ersetzt keine Behandlung. Im roten Wien investiert Gesundheitsstadtrat Hacker lieber in digitale Schaufensterprojekte, anstatt die eigentlichen Probleme anzugehen. Das ist, als würde man Ampeln aufstellen, wo die Straßen dafür noch fehlen", kritisierte Schütz.

Aus Sicht der Freiheitlichen müsse der Fokus stattdessen auf mehr Personal und zusätzlichen Operationsmöglichkeiten liegen: "Die Wienerinnen und Wiener brauchen ausreichend Personal, mehr Operationskapazitäten und kürzere Wartezeiten. Denn von einer Online-Liste wird niemand auch nur einen Tag früher operiert", so Schütz.

{title && {title} } red, {title && {title} } 23.07.2026, 07:15