13-Jähriger eingezogen

Nach Verzögerung – Auszeit-WG für Intensivtäter offen

Nach monatelangen Verzögerungen ist die umstrittene Auszeit-WG für strafunmündige Intensivtäter in Wien-Simmering gestartet.
Wien Heute
22.07.2026, 12:26
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Jetzt ist das umstrittene Projekt Realität. Rund ein Jahr nach der Ankündigung hat die erste Auszeit-WG für strafunmündige Intensivtäter in Wien ihren Betrieb aufgenommen. Wie das Büro der zuständigen Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS) bestätigte, zog vor rund einer Woche ein 13-jähriges Kind in die Einrichtung in Simmering ein.

Bub eingezogen, weiteres Kind soll folgen

Nach APA-Informationen handelt es sich um einen Buben. Aus Gründen des Kinderschutzes werden keine weiteren Details genannt. Laut Stadt war zuvor bereits die sogenannte Orientierungshilfe eingesetzt worden, um das Verhalten des Kindes zu verbessern. Diese Maßnahmen hätten jedoch nicht ausgereicht: "Wegen akuter Selbst- und Fremdgefährdung wurde die nächste Stufe des Fünf-Punkte-Plans umgesetzt, nämlich die Unterbringung in der Auszeit-WG." Der Aufenthalt verlaufe bisher nach Plan, ein weiteres Kind soll in Kürze folgen.

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Maximal zwei Kinder zeitgleich

Die Auszeit-WG ist Teil jenes Fünf-Punkte-Plans, den Wien nach einer Serie von Gewalttaten durch strafunmündige Kinder präsentiert hatte. Die Einrichtung richtet sich an elf- bis 13-Jährige, die wiederholt schwere Straftaten wie Raub oder Einbrüche begangen haben. Maximal zwei Kinder können gleichzeitig aufgenommen werden, der Aufenthalt ist auf bis zu zwölf Wochen begrenzt.

Ziel sei es, den Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffnen. "Den Kindern sollen Perspektiven eines Auswegs ihrer bisherigen kriminellen Laufbahn aufgezeigt werden und sie sollen durch eine intensive pädagogische Begleitung wieder an positive Entwicklungswege herangeführt werden", betonte Emmerling.

Eigentlich hätte die Auszeit-WG bereits im Mai starten sollen. Die Stadt weist jedoch Vorwürfe zurück, wonach fehlende gesetzliche Grundlagen für die Verzögerung verantwortlich gewesen seien: "Die Verzögerung ist ausschließlich auf die erforderlichen baulichen Adaptierungen zurückzuführen." Gerade in der sensiblen Startphase habe jedes Detail des Betreuungskonzepts sorgfältig vorbereitet werden müssen.

Emmerling für bundesweite Lösung

Die rechtliche Grundlage bildet laut Stadt das Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetz in Verbindung mit dem Heimaufenthaltsgesetz. Gleichzeitig fordert Emmerling aber eine bundesweite Lösung für vergleichbare Einrichtungen: "Dass sich seit über einem Jahr eine Arbeitsgruppe im Justizministerium mit dieser Frage, bisher ohne Ergebnis, beschäftigt, sorgt im Sinne der Bevölkerung für Unverständnis", kritisierte die Vizebürgermeisterin.

Experten äußern Bedenken

Das Projekt bleibt allerdings umstritten. Bereits in den vergangenen Monaten hatten unter anderem die Volksanwaltschaft und das VertretungsNetz Bedenken geäußert. Auch innerhalb der Wiener Kinder- und Jugendhilfe wird laut APA hinterfragt, ob ein Aufenthalt von maximal zwölf Wochen tatsächlich ausreicht, um eine nachhaltige Verhaltensänderung bei den Kindern zu erreichen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 22.07.2026, 12:26