In Wien-Margareten soll am Freitag ein deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt werden. Nachdem Medienberichten zufolge der jährliche Aufmarsch der Identitären Bewegung heuer offenbar abgesagt wurde, rechnen Organisatoren dennoch mit einem Treffen von Rechtsextremen in ihrem Kellerlokal in der Ramperstorffergasse.
Als Reaktion darauf laden die Grünen Margareten gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Initiativen, Parteien und Organisationen zur überparteilichen Kundgebung "Wien hält zusammen" ein. Direkt vor dem Kellerlokal soll ab 16 Uhr ein Straßenfest mit Live-Musik, Dragshow, Kinderprogramm, Essen, Getränken und politischen Redebeiträgen stattfinden.
Die Identitäre Bewegung nutzt das Lokal laut den Grünen seit Jahren als Treffpunkt für Vernetzung und Kampfsportübungen. Dagegen wolle man nun gemeinsam auftreten.
"Wir werden den Hetzern nicht schweigend zusehen. In unmittelbarer Nähe zum Kellerlokal befindet sich das QWien - Österreichs erstes queeres Archiv und Museum. Da die LGBTIQ+ Community seit jeher Feindbild der extremen Rechten ist und Anfeindungen sowie Drohungen ausgesetzt ist, stellen wir uns selbstverständlich solidarisch Seite an Seite mit dem QWien und allen von Hass Betroffenen. Wir stehen für Demokratie, Solidarität und Weltoffenheit. Die Kundgebung am Freitag ist ein Zeichen genau dafür", sagt der Wiener Grünen-Chef Peter Kraus.
„Es kann nicht sein, dass die Nachbarschaft von rechten Hetzern eingeschüchtert wird. Deshalb feiern wir die Vielfalt, wir zeigen, dass wir mehr sind“Michael LuxenbergerMargaretens Bezirksvorsteher
Auch Margaretens Bezirksvorsteher Michael Luxenberger (Grüne) ruft zur Teilnahme auf. "Wir sind in Margareten stolz und glücklich, das QWien so zentral und sichtbar bei uns zuhause zu wissen. Margareten ist vielfältig und bunt gemischt. Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Frauenhass müssen widersprochen werden: Die Nachbarschaft gehört den Margaretner:innen, und sie sollen sich hier wohlfühlen. Es kann nicht sein, dass die Nachbarschaft von rechten Hetzern eingeschüchtert wird. Deshalb feiern wir die Vielfalt, wir zeigen, dass wir mehr sind."
Lena Nanut, Organisatorin von "Wien hält zusammen" und Bezirksrätin der Grünen Margareten, verweist auf Beschwerden aus der Nachbarschaft. "Anrainer:innen beschweren sich bereits seit Jahren über das Kellerlokal in der Ramperstorffergasse, und es ist schlichtweg unerträglich, dass Menschen einen Bogen um diesen Ort machen müssen, weil sie sich fürchten. Die 'Identitären' wollen mit ihrem Hass den öffentlichen Raum für sich beanspruchen - das lassen wir nicht zu. Wir holen uns den Raum zurück, direkt in der Ramperstorffergasse, mit Musik, Programm und einem klaren Bekenntnis: Margareten hält zusammen gegen Rechtsextremismus."
Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem von LINKS, dem QWien sowie NEOS, KPÖ und SPÖ Margareten.
"Als Bezirksvorsteher freut es mich besonders, dass wir diese wichtige Kundgebung gemeinsam mit so vielen Beteiligten in Margareten abhalten: LINKS, das QWien sowie NEOS, KPÖ und SPÖ Margareten sind dabei. Das ist ein schönes Zeichen für ein gemeinsames Wien und gegen rechte Hetze im Bezirk", so Luxenberger.