Vom Kloster zum Häfn – und bald zur Innovationsschmiede? Die einst kleinste Strafanstalt Österreichs – die Außenstelle Steyr der Justizanstalt Garsten (Bez. Steyr-Land) – bekommt ein komplett neues Kapitel verpasst: Einst saßen Verbrecher im Gebäude der Berggasse 6, bald könnten dort kreative Köpfe an coolen Ideen tüfteln.
Die Geschichte des Gebäudes ist alles andere als langweilig: 1646 wurde dort ein Kloster errichtet. Etwa 80 Jahre später fiel es einem Brand zum Opfer, der Neubau wurde danach von einem anderen Orden weitergeführt. Später dienten die Gemäuer der Stadt Steyr erst als Theater, dann als Häfn.
Seit 1857 befand sich darin eine Justizanstalt – mit nur 63 Haftplätzen. Der Sinn eines so kleinen Gefängnisses wurde immer wieder hinterfragt, auch der Standort in der Innenstadt machte Sorge. Seit 2010 diente das Gebäude nur mehr als Außenstelle für die JA Garsten – zuletzt aber leerstehend.
Jetzt soll wieder Leben in die Berggasse 6 ziehen aber mit einer anderen Klientel: Geplant ist ein moderner Campus für Start-ups und Co. – mit Büros, Wohnplätzen für Studenten und Mitarbeiter und offener Gastro für alle.
Für den Masterplan holt sich die Stadt echte Profis: Chris Müller und seine Firma CMb.industries – sie entwickelten auch schon die Linzer Tabakfabrik mit – übernehmen das Ruder. Im Herbst soll entschieden werden, ob das Projekt realisiert wird. Kostenpunkt für die Konzeptphase: rund 29.000 Euro.
"Wir wecken eine schwierige Immobilie in Top-Lage aus dem Dornröschenschlaf, schaffen einen Ort der Begegnung, des Nachdenkens und der Entwicklung von Zukunftsprojekten", ist sich Bürgermeister Markus Vogl (SPÖ) sicher. Ein Innovationscampus mit "internationaler Strahlkraft" soll die besten Köpfe nach Steyr locken.