Schock in der Justizanstalt Suben: Ein Häftling kollabierte nach dem Konsum von eingeschmuggeltem Rauschgift. Es kam zu einer lebensgefährlichen Überdosis. Nur durch das rasche Einschreiten der Justizwache konnte der Mann gerettet werden.
Die Beamten begannen sofort mit der Reanimation und führten diese bis zum Eintreffen des Notarztes durch. "Meine Mitarbeiter haben absolut professionell gehandelt. Der Mann verdankt ihnen sein Leben. Das haben uns die Ärzte bestätigt", sagte Anstaltsleiter Gerd Katzelberger gegenüber den "OÖN".
Der Insasse musste einige Tage im Spital beobachtet werden, sei inzwischen aber wieder wohlauf und dürfte keine Folgeschäden davongetragen haben. Dass Gefangene eine Überdosis erleiden, sei laut Katzelberger keine Seltenheit. Eine derart dramatische Lage "in der es um Leben und Tod geht, ist aber schon lange nicht mehr vorgekommen".
Trotz strenger Kontrollen komme es immer wieder vor, dass Suchtgift hinter Gitter gelangt. Die Häftlinge seien "sehr einfallsreich, wenn es darum geht, an Drogen zu kommen". Ein Schmuggel-Trick: Papier, das mit flüssigen synthetischen Cannabinoiden besprüht oder getränkt ist.
Das werde, wie im aktuellen Fall, geraucht – mit unkalkulierbarer Wirkung. Um gegenzusteuern, würden nur Kopien privater Briefe ausgehändigt. Bei behördlichen Briefen sei das aber rechtlich nicht möglich – hier muss das Original übergeben werden.
Für die Einsatzkräfte selbst sind solche Situationen riskant. Beim aktuellen Vorfall übergab sich der Häftling, ein Beamter kam mit Erbrochenem in Kontakt und ließ sich danach medizinisch untersuchen. Zudem bleibe immer ein Restrisiko: "Wir müssen bei solchen Einsätzen extrem vorsichtig vorgehen, denn wir wissen nie, ob die Situationen fingiert sind."