Nächte mit klirrender Kälte sind für obdachlose Menschen besonders gefährlich. Auch in Linz sinken die Temperaturen jetzt wieder unter Null – dichter Schneefall steht wieder auf der Tagesordnung. Wer da keinen geschützten Schlafplatz findet, ist der Kälte schutzlos ausgeliefert. Jede Stunde draußen kann dann zum lebensgefährlichen Risiko werden, wie tragische Todesfälle in Wien schon zeigten.
Genau hier setzt jetzt eine Petition an: Sie fordert, das Kältetelefon in Linz deutlich auszuweiten, damit gefährdete Personen schneller Hilfe bekommen. Aktuell ist das Angebot für das Linzer Stadtgebiet nämlich nur am Dienstag und Donnerstag von 10 bis 12 Uhr erreichbar – also vier Stunden pro Woche. Außerhalb dieser Zeiten läuft ein Anrufbeantworter.
Die Kritik der Initiatorin: Ohne eine niederschwellige, verlässlich erreichbare Anlaufstelle bleibt Zivilcourage – gerade in der Nacht – oft wirkungslos. Die 23-Jährige erzählt "Heute" von einem Erlebnis, das sie nicht loslässt: "Vor ein paar Monaten bin ich in der Nacht zur Tankstelle gegangen, dort habe ich eine Frau am Boden gewälzt. Sie hat psychisch instabil gewirkt und es war sehr kalt." Sie sprach die Betroffene an – und die bat sie um Hilfe.
"Ich habe beim Kältetelefon angerufen, bin aber nur auf den Anrufbeantworter gekommen", sagt die Linzerin. Sie hinterließ eine Nachricht, fühlte sich jedoch machtlos: "Das hat mich wahnsinnig frustriert, weil ich ja helfen wollte, aber nicht konnte." Zuhause alarmierte sie schließlich auch noch die Rettung.
Wien Kältetelefon Caritas Wien: 01/4804-553 – 0:00-24:00 Uhr, 29. Oktober bis 29. April
Burgenland Kältetelefon Caritas Burgenland: 0676/8373-0322 – 08:00-22:00 Uhr, 1. November bis 31. März
Steiermark Kältetelefon Caritas Steiermark: 0676/8801-58111 – 18:00-24:00 Uhr, 11. November bis 31. März
Kärnten Kältetelefon Caritas Kärnten: 0463/3960-60 - 18:00-06:00 Uhr, 1. November bis 31. März
Salzburg Kältetelefon Caritas Salzburg: 0676/8482-10651 – 0:00-24:00 Uhr, 1. November bis 31. März
Tirol Kältetelefon: 0512/2144-7 (TSD – Tiroler Soziale Dienste GMBH) – 0:00-24:00 Uhr, 1. November bis 30. April
Vorarlberg Caritas Center Feldkirch: 05522/200-1700 – 08:00-12:00 Uhr (Mo-Fr)
Notschlafstelle am Jahnplatz 4 in Feldkirch: 05522/200-1200 – 16:30-08:00 Uhr
Caritas Café 05522/200-1570 – 08:30-16:30 Uhr (Mo-Fr), 08:30-12:00 Uhr (Sa)
Oberösterreich Kältetelefon für das Linzer Stadtgebiet – Sozialverein B37 – OBST 0732/7767-67560, 10:00-12:00 Uhr (Di, Do) – 1. November bis 31. März. Außerhalb der genannten Zeiten ist ein Anrufbeantworter aktiv.
Niederösterreich Kein Kältetelefon! Notschlafstellen gibt es in St. Pölten (Emmaus) und Wr. Neustadt (Verein für soziale Betreuung Süd und VBO); Infos über Wohnungslosenhilfeeinrichtungen in NÖ unter www.netwo-noe.at
Konkret verlangt die Petition eine täglich erreichbare Hotline vom 1. November bis 31. März – jeweils zumindest zwischen 18 und 24 Uhr. Über diese Nummer sollen akute Notlagen gemeldet werden können, damit rasch Hilfe für obdachlose Menschen organisiert wird.
Vom Sozialverein B37 heißt es auf "Heute"-Anfrage, das Kältetelefon sei zu den Streetwork-Einsatzzeiten grundsätzlich besetzt – diese seien aber nicht fix festgelegt. "Darum sind die offiziellen Zeiten so beschränkt. Da ist die Anlaufstelle besetzt, sonst sind die Kollegen immer unterwegs", erklärt der stellvertretende Geschäftsführer Martin Tiefenthaler.
Er betont: Die Anrufe würden nicht ins Leere laufen. "Das erste, was die Kollegen machen, ist, den Anrufbeantworter abzuhören." Es gebe nicht immer einen Rückruf – das bedeute aber nicht, dass das Anliegen ignoriert werde: "Wir schauen dann dorthin." Außerdem: "Nahezu 100 Prozent der gemeldeten Menschen kennen wir bereits. Mit ihnen sind wir auch in Kontakt."
Kontoinhaber: Sozialverein B37
Bank: HYPO Oberösterreich
IBAN: AT18 5400 0001 0492 3008
BIC: OBLAAT2L
Und Tiefenthaler stellt außerdem klar: "Es wird immer so wahrgenommen, dass das Kältetelefon eine Akutnummer ist. Das ist es nicht. Es ist keine Notfallnummer." Es gehe darum, Informationen zum Aufenthalt von bedürftigen Personen weiterzugeben. Bei akuten Notfällen solle man immer die Einsatzkräfte verständigen.