Es war erst das zweite Konzert von Skandalrapper Haftbefehl nach einer langen Bühnenpause –und nach wenigen Minuten war alles vorbei.
In Gießen war der Auftritt nach gerade einmal 15 Minuten vorbei. Sicherheitskräfte begleiteten den 39-Jährigen wie ein Bodyguard-Arsenal beim Betreten und Verlassen der Bühne, während das Publikum fassungslos zusah, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete.
Bereits in der Nacht zuvor hatte Haftbefehl in Osnabrück einen kurzen Auftritt hingelegt, der nur etwa eine halbe Stunde dauerte. Anders als bei seinem ersten Gig, bei dem er stolz verkündet hatte, clean zu sein, verzichtete er in Gießen auf jeden direkten Kontakt mit seinem Publikum.
Stattdessen warf er beim Betreten der Bühne um kurz nach 2 Uhr lediglich 100-Euro-Scheine ins Publikum. Sein Gesicht blieb weitgehend verborgen – Mund und Nase waren von einem schwarzen Tuch bedeckt, die Augen hinter einer Sonnenbrille verborgen.
Nach längerer Bühnenabstinenz scheint Aykut Anhan, wie Haftbefehl mit bürgerlichem Namen heißt, Schritt für Schritt zurück ins Rampenlicht zu finden. Die Aufmerksamkeit des Publikums war zuletzt ohnehin groß: Mit der Veröffentlichung seiner Netflix-Dokumentation "Babo – Die Haftbefehl-Story" gewährte der Musiker offen Einblicke in seinen jahrelangen Kokainkonsum.
Der Film schoss direkt an die Spitze der Netflix-Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.