Formel 1

Hamilton: "Vertrauen in das System verloren"

Lewis Hamilton bricht sein Schweigen. Der Rekord-Champion der Formel 1 spricht erstmals seit dem WM-Drama von Abu Dhabi mit den Medien.
Sebastian Klein
18.02.2022, 17:24

Im Dezember musste sich Lewis Hamilton nach einer kontrovers diskutierten Entscheidung der Rennleitung in der letzten Runde des WM-Finales von Abu Dhabi Max Verstappen geschlagen geben. Der Red-Bull-Star überholte den Mercedes-Piloten nach dem umstrittenen Re-Start, schnappte ihm somit in sprichwörtlich letzter Sekunde den sicher geglaubten achten Titel weg.

Hamilton ging danach auf Tauchstation. Der Brite hielt sich von seinen Social-Media-Kanälen fern und gab keine Interviews. Lange schien sogar sein Rücktritt im Raum zu stehen. Bis vor wenigen Wochen, als er sich mit vereinzelten Instagram-Beiträgen zurückmeldete und nach und nach klar wurde, dass er wieder für die Silberpfeile an den Star gehen würde.

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Am Freitag stellte Mercedes seine neuen Boliden vor. Dabei brach auch Hamilton sein Schweigen, sprach erstmals öffentlich über das WM-Drama von Abu Dhabi. In einer Medienrunde stellte er sich den Fragen der Reporter:

Hamilton bricht Schweigen

Hamilton über die Zeit nach dem Saisonfinale: "Es war eine schwierige Zeit. Ich verbrachte sie mit meiner gesamten Familie, was eine sehr seltene Gelegenheit war. Ich konzentrierte mich auf die Zeit mit ihr. Und ich versuchte zu verdauen, was passiert war. Ich trainierte sehr viel, denn ich will stärker denn je zurückkommen, und praktizierte ein gesundes Leben."

...über einen möglichen Rücktritt: "An Rücktritt habe ich schon so oft gedacht! Ich habe nie gesagt, dass ich aufhören würde. Ich liebe, was ich tue. Die Frage war zuletzt, ob ich mich wieder voll konzentrieren kann und alles wieder auf mich nehmen will, ob ich die viele Zeit wieder opfern will. Ich fragte mich, ob ich wieder zurückschlagen könne. Es war alles ein mentaler Prozess. Aber ich sagte mir, so soll meine Karriere nicht enden, das will ich nicht. Sondern stärker zurückkommen."

...über die die WM-Entscheidungen durch die FIA: "Ich hatte das Vertrauen in das System verloren. Ich hatte die Situation immer wieder geistig vor meinen Augen. Aber ich sagte mir auch, du kannst die Vergangenheit nicht ändern, musst vorausschauen. Es ist gut, dass die FIA Schritte einleitete, die eine Verbesserung bedeuten und sicherstellen sollen, dass so etwas wie mir niemanden mehr passiert, dass die Regeln fair angewandt werden."

...über seinen neuen Boliden: "Der Unterschied ist gewaltig, sie sind so anders, in der Aerodynamik, beim Schalten, das niedrigere Heck – im Simulator jedenfalls war alles anders als bisher. Es ist doch die aufregendste Zeit, wenn du die Ingenieure bei der Entwicklung beobachtest und die Fortschritte miterlebst. Der Tag der Präsentation eines neuen Autos ist ein ganz spezieller. Ich weiß nicht, was mich auf der Strecke erwartet, aber ich hoffe, dass das, was wir im Simulator lernten, korrekt eintrifft."

...Rivale Verstappen und Red Bull: "Max (Verstappen, Anm.) ist ein großartiger Fahrer, mit dem hatte das überhaupt nichts zu tun. Ich will niemanden Vorwürfe machen. Wir müssen weitermachen und nicht an die Vergangenheit denken. Ich fühle mich bereit."

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