Das Verteidigungsbündnis NATO steht vor einer großen Herausforderung. US-Präsident Donald Trump hatte bereits einen Teilrückzug der USA angekündigt und dürfte nun auch Ernst machen. Somit müssen die europäischen Verbündeten bald ohne US-Flieger, -Drohnen und Co. auskommen.
Dies geht aus einer Streichliste hervor, die der "Welt" vorliegt. Demnach hätten US-Vertreter sie am Freitag der NATO übermittelt. Washington sendet damit ein bitteres Signal an Europa, denn die Liste hat es in sich.
Laut der Liste will Trump 36 seiner F-16-Kampfjets abziehen. Auch die Zahl der F-15E-Maschinen soll von 54 auf 36 sinken. Des Weiteren muss die NATO auf acht Flugzeuge des Typs KC-135 und acht KC-46-Maschinen verzichten. Zudem soll einer von zwei Bomber-Verbänden zurückgezogen werden.
Aber auch bei den Drohnen setzt Trump den Rotstift an. Auf US-Langstreckenaufklärungsdrohnen muss die NATO zur Gänze verzichten. Um die Hälfte soll auch die Zahl der MQ-9-Drohnen reduziert werden.
Bei den See-Einheiten wollen die USA alle Flugzeugträgerkampfgruppen abmelden. Die Hälfte der Kreuzer- und Zerstörerverbände sollen folgen. Auch die Unterwasserfähigkeiten zum Start von Marschflugkörpern stellen die USA nicht mehr zur Verfügung. Des Weiteren werden elf Seeaufklärer vom Typ Boeing-P-8A gestrichen.
Laut dem "Welt"-Bericht will sich Trump wohl mehr auf den Pazifik fokussieren. Die nunmehrigen Streichungen sollen sich auf das "NATO Force Model" auswirken. Europa könnte der US-Abzug vor große Probleme stellen.
Besonders bei der Seeaufklärung habe man nicht ausreichend Kapazitäten. Schmerzhaft ist auch der Abzug der US-Drohnen. Die Drohnenfähigkeiten Europas würden sich nämlich erst in der Entwicklung befinden.