In Frankreich toben aktuell im ganzen Land Schülerproteste. Inzwischen wurden rund 5.000 Personen festgenommen. In vielen Städten kam es zu Bränden und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Nun ereignete sich am Montagmorgen in Lens ein folgenschwerer Zwischenfall, der einem Schüler (15) der Berufsschule Auguste-Béhal seine Hand kostete. Grund für den Zwischenfall soll eine Distanzierungsgranate der französischen Bereitschaftspolizei (CRS) gewesen sein.
Laut Darstellung der Polizei habe der Jugendliche die Granate aufgehoben und sie zurückwerfen wollen. In diesem Moment sei sie in seiner Hand explodiert. Dieser Darstellung habe ein Zeuge gegenüber "Franceinfo" widersprochen.
Der Jugendliche befinde sich in einem Spital in Lille und schwebe nicht in Lebensgefahr, hieß es seitens des Präfekten des Départements Pas-de-Calais, François-Xavier Lauch. Laut dem Staatsanwalt von Béthune stehe nicht fest, ob der Teenager die Granate tatsächlich werfen wollte, berichtet "20 Minuten".
Inzwischen sei der Fall an die Generalinspektion der französischen Nationalpolizei (IGPN) übergeben worden. Es wird wegen des Verdachts auf Gewalt, die zu einer Verstümmelung oder dauerhaften Behinderung geführt hat, ermittelt. Die betroffene Berufsschule hat auf Fernunterricht umgestellt. Des Weiteren sei eine Anlaufstelle zur Betreuung und Unterstützung eingerichtet worden.