Spätestens mit dem Sieg im letzten Testspiel vor der WM ist Österreich im Fußballfieber. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) gibt laut Befragung an, die WM zu verfolgen – 42 Prozent interessieren sich stark oder sehr stark für das Turnier.
Die Begeisterung macht sich auch an den Kassen bemerkbar. Laut einer aktuellen Erhebung von Reppublika Research im Auftrag des Handelsverbands plant knapp ein Drittel der Bevölkerung (32 Prozent) rund um die WM zusätzliche Ausgaben.
"Die Fußball-WM ist mehr als ein Sportereignis. Sie sorgt für zusätzliche Nachfrage im Handel und schafft gemeinsame Erlebnisse mit Familie und Freunden", sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Die meisten Fans wollen die Spiele gemeinsam erleben. 59 Prozent planen, die Partien mit Familie oder Freunden zuhause anzusehen. Weitere 21 Prozent wollen in Lokalen oder bei Public Viewings mitfiebern. Gleichzeitig möchten 58 Prozent zumindest einzelne Spiele alleine vor dem Fernseher verfolgen.
Besonders stark profitieren dürften Supermärkte und Lebensmittelhändler. 21 Prozent der Bevölkerung rechnen mit höheren Ausgaben für Lebensmittel, Snacks und Getränke. Auch Grillen und Garten stehen hoch im Kurs: 13 Prozent investieren in Produkte für Outdoor-Aktivitäten. Dahinter folgen Fanartikel und Merchandise (6 Prozent), Trikots und Sportausrüstung (5 Prozent) sowie neue Fernseher oder Audio-Geräte (4 Prozent).
Wer Geld für die WM ausgeben will, plant im Schnitt 133 Euro ein. Hochgerechnet ergibt das ein zusätzliches Umsatzpotenzial von rund 200 Millionen Euro für den österreichischen Handel.
Das Interesse für Fußball vereint in Österreich alle Generationen: In der Gen Z (18 – 29 Jahre) interessieren sich 48 Prozent für die Weltmeisterschaft, bei der Gen X (45 – 60 Jahre) sind es immer noch 42 Prozent, in den Altersgruppen darüber (Baby Boomer + Golden Ager) 35 Prozent.
Jedoch gibt es beim Ausgabeverhalten Unterschiede: So kaufen Angehörige der Gen Z doppelt so oft (11 %) Fanartikel als der Durchschnitt der Bevölkerung (6 %), bei Sportartikeln ist der Unterschied sogar noch größer (13 zu 5 %), ebenso bei Elektro-Artikeln (9 zu 4 %).
Auch zwischen den Geschlechtern ist die Fußball-Leidenschaft nicht so unterschiedlich ausgeprägt wie oft angenommen: Interessieren sich bei den Herren 52 Prozent für den Bewerb, sind es bei den Damen immerhin 31 Prozent. Und während sich bei den Männern 63 Prozent Matches ansehen wollen, sind es bei den Frauen 43 Prozent.