Ein 22-Jähriger wollte auf einer Online-Plattform ein originalverpacktes iPhone Pro Max 17 verkaufen. "Ich bekam es im Zuge einer Vertragsverlängerung", erzählt er im Gespräch mit "Heute". Neu kostet das Smartphone im Apple-Shop 1.449 Euro. "Ich habe es für 1.360 Euro inseriert." Kurz darauf wurde Martin B. (Name geändert) von einem potentiellen Käufer kontaktiert. "Er wollte 1.400 Euro zahlen, als Treffpunkt wurde ein Studentenheim im zweiten Bezirk vereinbart."
Als der 22-Jährige am 5. Dezember am Abend zur Übergabe in die dunkle Vorgartenstraße kam, wurde ihm mulmig zu Mute. "Der Käufer sagte, ich solle in den Hof kommen. Dort schaute er sich das Handy an."
Plötzlich steckte der junge Mann das iPhone Pro Max 17 von Martin B. in seine Jackentasche und zog eine Machete heraus, bedrohte damit den Wiener. "Ich bin gleich auf ihn drauf und habe ihn zu Boden gerungen", ließ sich der 22-Jährige nicht einschüchtern. "Dann nahm ich ihm das Handy ab." Der Verdächtige verlor die Machete, rannte ohne Beute davon."
Der Wiener ging zur nahen Polizeiinspektion Praterstern, zeigte den versuchten Raub an. Der Fall nahm eine ungewöhnliche Wendung. Martin B. bekam über eine Nachricht von dem Messer-Mann auf das Handy. "Er schrieb mir, dass er seine Machete wieder zurück haben wollte und wir uns treffen sollte." Ein Chatverlauf, der "Heute" vorliegt, belegt das.
Martin B. vereinbarte mit dem mutmaßlichen Handyräuber ein Treffen am Mexikoplatz. Als der Verdächtige dort auftauchte, warteten schon Zivilbeamte auf ihn. Die Handschellen klickten sofort, der 19-jährige wurde festgenommen. Auch ein vermeintlicher Komplize soll mittlerweile in U-Haft sitzen.
"Ich habe mein Handy wieder, freut sich der 22-Jährige. "Mein Hauptanliegen ist es andere Nutzerinnen und Nutzer von willhaben und ähnlichen Plattformen zu warnen. Konkret möchte ich darauf aufmerksam machen: keine privaten Daten an unbekannte Käufer weiterzugeben, bei hochpreisigen Angeboten keine Übergaben zu Hause oder auf offener Straße zu vereinbaren!"