Wanner, Chukwuemeka beim ÖFB

Harte Völler-Kritik: "Nationenhopping" im Fußball

Paul Wanner und Carney Chukwuemeka entschieden sich jüngst dazu, für Österreich aufzulaufen. Rudi Völler sind derartige Wechsel ein Dorn im Auge.
Sport Heute
30.05.2026, 08:10
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der 20-jähirge Paul Wanner und der 22-jährige Carney Chukwuemeka spielen für Österreich. Beide Fußballer entschieden sich im Frühjahr für den ÖFB. Beide wurden in den Testspielen gegen Ghana (5:1) und Südkorea (1:0) eingesetzt und beide gehören dem WM-Kader von ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick an. Künftig dürfen sowohl Wanner, als auch Chukwuemeka, nicht mehr für andere Nationen auflaufen.

Chukwuemeka, in Österreich geboren und in Großbritannien aufgewachsen, hätte für England und aufgrund der Herkunft seiner Eltern auch für Nigeria spielen können. Wanner ist der Sohn einer Vorarlbergerin und eines Deutschen, neben dem ÖFB bemühte sich auch der DFB intensiv um den Mittelfeldspieler – Wanner kickte schließlich auch für Deutschlands U21-Nationalmannschaft, ehe er den Nationenwechsel vollzog.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

"Wertet Nationalmannschaften ab"

Derartige Entscheidungen von Fußballspielern sind dem deutschen Sportdirektor Rudi Völler ein Dorn im Auge. "Dieses Nationenhopping ist ganz schlecht und wertet auch die Nationalmannschaften ab", sagte der 66-Jährige gegenüber der "Funke"-Mediengruppe, ohne explizit Namen zu nennen. "Es kann nicht sein, dass Spieler sich permanent entscheiden können, für wen sie spielen möchten. Das ist nicht gut", ergänzte Völler.

Was der Ex-Spieler damit meint: Solang ein Fußballer noch kein A-Länderspiel absolviert hat, kann er theoretisch den Verband wechseln. Unter gewissen Umständen ist es sogar erlaubt, den Nationalverband nach maximal drei A-Länderspielen zu wechseln. "Jemanden zu überreden, sich für eine Nation zu entscheiden, empfinde ich als unglücklich. Entweder willst du für dieses Land spielen, weil dein Herz und deine Heimat daran hängen. Oder eben nicht", meinte Völler.

Völler will Regeln ändern

Mit Wanner und dem gebürtigen Berliner Ibrahim Maza, der nun für Algerien spielt, gab es zuletzt zwei prominente Körbe für den DFB. Der ÖFB zog zwar Wanner und Chukwuemeka an Bord, allerdings entscheiden sich auch immer wieder Spieler gegen Rot-Weiß-Rot – etwa Sturm-Angreifer Leon Grgic (Kroatien).

Völler sieht derweil eine pragmatische Lösung: Eine Verbandsentscheidung müsse früher getroffen werden. "Dass du dich so spät wie jetzt entscheiden kannst, ist falsch. Warum gibt es nicht eine einfache Regelung, sich spätestens mit dem 18. Lebensjahr zu entscheiden, für welches Land ich spiele? Das wäre die beste Lösung. Das ist meine feste Überzeugung", so Völler, der nun den Weltverband FIFA in der Pflicht sieht.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 30.05.2026, 22:32, 30.05.2026, 08:10
Jetzt E-Paper lesen