Lärm und Umwelt

Harter Schlag für Urlauber – Amsterdam plant Verbot

Amsterdam denkt über einen radikalen Schritt nach: Kreuzfahrtschiffe könnten künftig komplett aus der Stadt verbannt werden.
Heute Life
11.02.2026, 15:17
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Amsterdam steht vor einem tiefgreifenden Wandel in seiner Tourismus- und Hafenpolitik: Die niederländische Hauptstadt prüft derzeit, Kreuzfahrtschiffe langfristig komplett aus der Stadt zu verbannen – ein Schritt, der weit über bisherige Regelverschärfungen hinausgeht und Teil einer umfassenderen Strategie gegen den Massentourismus und damit einhergehenden Umweltbelastungen ist.

Ab 2026 gelten bereits verschärfte Vorschriften für das Passagierterminal Amsterdam (PTA): Die Zahl der Kreuzfahrtschiffe, die in der Innenstadt anlegen dürfen, wird auf maximal 100 pro Jahr begrenzt, und gleichzeitig soll künftig nur noch ein Schiff gleichzeitig am Terminal festmachen. Ab 2027 müssen die Schiffe beim Anlegen zudem Landstrom statt eigener Motoren nutzen, um Emissionen und Lärm zu reduzieren.

Komplettverbot statt Verlegung

Ursprünglich hatte die Stadt geplant, den Kreuzfahrt-Terminal aus dem Zentrum zu verlegen – zum Beispiel in den Coenhaven im Westen Amsterdams. Doch eine aktuelle Machbarkeitsstudie zeigte, dass ein solcher Standortwechsel mit enormen Kosten verbunden wäre (geschätzt rund 85 Mio. €) und sich wirtschaftlich kaum tragen würde.

Deshalb prüft die Stadt nun einen radikaleren Schritt: ein vollständiges Aus für Hochseekreuzfahrten in Amsterdam bis spätestens 2035. Dieses Szenario würde bedeuten, dass große Kreuzfahrtschiffe künftig nicht mehr im Herzen der Stadt anlegen dürfen und stattdessen Häfen wie Rotterdam oder IJmuiden ansteuern müssten.

Die offizielle Begründung konzentriert sich auf drei Hauptpunkte:

  • Nachhaltigkeit & Umwelt: Kreuzfahrtschiffe sind erhebliche Quellen von Luftschadstoffen und Lärm. Amsterdam will die Stadt attraktiver und klimafreundlicher gestalten.
  • Lebensqualität: Die steigende Zahl von Touristen bringt Herausforderungen für den Alltag der Anwohner mit sich, etwa bei Mobilität und Infrastruktur.
  • Stadtentwicklung: Die Präsenz der Schiffe beeinträchtigt langfristige Pläne, wie z. B. neue Brücken und Wohnprojekte entlang des IJ-Flusses.

Kritik und offene Fragen

Das geplante Kreuzfahrtverbot stößt jedoch nicht nur auf Zustimmung. Regionale Behörden in Noord-Holland haben Bedenken angemeldet und kritisieren mangelnde Einbindung in die Planung, da wichtige Projekte der Zusammenarbeit mit dem Staat auf dem Spiel stehen könnten.

Auch wirtschaftliche Folgen werden diskutiert: Ein vollständiger Ausstieg aus dem Hochseekreuzfahrtgeschäft würde Amsterdam über die nächsten Jahrzehnte geschätzt rund 46 Millionen Euro an Einnahmen kosten, etwa durch Wegfall von Passagier-Gebühren und Touristensteuern.

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