"Abrichten wie einen Hund"

"Hasse sie!" Heimliche Putin-Geliebte sorgt für Wirbel

Alina Kabajewa, die heimliche Geliebte von Wladimir Putin, trainiert Russlands Gymnastinnen beim EM-Comeback. Sie sorgt für Unbehagen.
Sport Heute
18.05.2026, 08:08
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Vom 27. bis 31. Mai finden in Varna (Bulgarien) die Europameisterschaften in der rhythmischen Gymnastik statt. Zum ersten Mal seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine nehmen russische Gymnastinnen an einem solchen Wettbewerb teil, wenn auch unter neutraler Flagge.

Trainiert werden die 15 Turnerinnen von Alina Kabajewa. Die Russin ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie gilt als Wladimir Putins Frau im Schatten. Unabhängige russische Medien nennen die frühere Olympiasiegerin seit Jahren seine heimliche Geliebte und die Mutter zweier seiner vier Kinder. Bestätigt ist nichts, der Kreml hält Putins Privatleben konsequent geheim.

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Wer ist Alina Kabajewa?

Kabajewa ist mehrfache russische Meisterin, Europameisterin und Weltmeisterin. Bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney gewann sie eine Bronzemedaille in dieser Disziplin, und sie wurde Olympiasiegerin bei den Sommerspielen 2004 in Athen. Nach ihren Sporterfolgen verschwand sie lange Zeit von der Bildfläche.

2022 tauchte die heute 42-Jährige dann plötzlich wieder öffentlich auf: mit einer eigenen Akademie für rhythmische Gymnastik. Ein Sport, der in Russland weit mehr ist als Bewegung. Er ist Kult, Drill und Propaganda. "Himmlische Grazie" hatte Kabajewa ihre Sporteinrichtung genannt. Besonders: So wurde die Russin zu Aktivzeiten selbst genannt.

Scharfe Kritik an Kabajewa

Nun gibt es aber laute Kritik an Kabajewa – und das aus Russland selbst wie "20 Minuten" berichtet. Fast alle Teilnehmerinnen an den Europameisterschaften trainieren bei Kabajewa in der Akademie. Das wird teilweise als Gemauschel zwischen Kabajewa und dem Kreml bezeichnet. Laut der "Neuen Zürcher Zeitung" starteten Eltern von Mädchen, die nicht für die EM nominiert wurden, einen öffentlichen Aufruf, die Teilnehmerliste noch zu ändern.

Bei VKontakte, dem russischen Pendant zu Facebook, gibt es ebenfalls harsche Kritik. "Es ist so billig, wie AM das alles durchzieht", heißt es zum Beispiel. Auf Telegram sieht die Kritik ähnlich aus. "Ich hasse Kabajewa", heißt es etwa – oder: "Kabajewa wird nicht zur Vernunft kommen, es ist ja schließlich eine Familienangelegenheit." Es wird auch von einer "Diktatur der Grazie" gesprochen.

"Man muss sie abrichten wie ein Hund"

Die Wut von einem Teil der Eltern ist aber nur die Spitze des Eisbergs. So gibt es auch noch einen Streit zwischen der heimlichen Geliebten Putins und Irina Winer. Winer war vor Kabajewa die mächtigste Frau im russischen Turnsport. Doch 2025, als Kabajewa Leiterin des Turn-Nationalverbandes wurde, wurde Winer in Pension geschickt. Laut mehreren Medienberichten sollen die beiden Frauen seither kein Wort mehr miteinander wechseln.

Und das, obwohl sich die beiden seit vielen Jahren kennen. Winer bezeichnete Kabajewa einst als "meine Lieblingsschülerin". Liebe Worte einer Frau, die sonst für Drill und Beleidigungen bekannt war. An die Turnerinnen gerichtete Sätze wie "Man muss sie abrichten wie einen Hund" oder "Du bist ein Stück Scheiße" sorgten weltweit immer wieder für Kritik.

Die Umgangsformen von Kabajewa sollen derweil netter sein, empathischer. Kritik gibt es – wie erwähnt – dennoch an ihr. Sollten die Schützlinge der heimlichen Geliebten Putins an den Europameisterschaften in rhythmischer Gymnastik reüssieren, wird sie vielleicht verstummen – oder das Unbehagen ihr gegenüber wird noch größer.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 18.05.2026, 08:12, 18.05.2026, 08:08
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