Leben in Russland

"Besessen von mir" – Kneissl teilt gegen Österreich aus

Ex-Außenministerin Karin Kneissl gibt Einblicke in ihr Leben in Russland und attackiert dabei gleichzeitig die österreichischen Medien.
Newsdesk Heute
30.04.2026, 07:37
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Die frühere Außenministerin Karin Kneissl steht erneut im Fokus – diesmal wegen Auftritten in kremlnahen Medien und ungewöhnlichen Einblicken in ihr Leben in Russland.

Die 61-Jährige, die mittlerweile in einem Dorf in der Region Rjasan lebt, sucht laut Berichten aktiv die Öffentlichkeit über russische Plattformen und soziale Netzwerke. Dabei äußert sie sich regelmäßig kritisch über Österreich. Gleichzeitig sorgt sie sich über die mediale Aufmerksamkeit aus ihrer alten Heimat.

Für Schlagzeilen sorgte zuletzt ein Besuch der bekannten russischen Prankster Wowan und Lexus, die bereits mit Täuschungsaktionen international bekannt wurden. In veröffentlichtem Material waren unter anderem Fotos zu sehen, die Kneissl gemeinsam mit Russlands Präsident Wladimir Putin zeigen – "Heute" berichtete.

In einem begleitenden Video zeichneten die beiden ein idyllisches Bild ihres neuen Lebens: "Früher war sie eine europäische Diplomatin und Journalistin. Jetzt beginnt sie ihr Leben neu im tiefen ländlichen Raum von Rjasan – mit dem Fluss Oka an ihrer Seite, der an die Donau erinnert, und einem Dorfmarkt, der um ein Vielfaches angenehmer ist als ein österreichischer Supermarkt."

Alltag nicht ganz so idyllisch?

Wie die "Krone" berichtet, beschreibt Kneissl selbst ihren Alltag allerdings differenzierter. "Sicher ist das russische Dorf härter als das französische Dorf." Für ihre Arbeit müsse sie regelmäßig in die Stadt Rjasan pendeln – eine Fahrt von rund zwei Stunden pro Strecke. Die Straßen seien "gelinde gesagt herausfordernd". Auch extreme Wetterbedingungen gehören offenbar dazu: "Heute Morgen fuhr ich die Hunde und mich durch einen weiteren Schneesturm auf den holprigen Straßen."

"Österreichs Medien sind besessen von mir"

Die Berichterstattung in Österreich kommentierte sie zuletzt mit deutlicher Kritik. "Zur Aufmerksamkeit der österreichischen Medien, die unter einer einzigartigen Art von pathologischer Besessenheit leiden und alle zwei Wochen Neuigkeiten über mein Leben veröffentlichen. … Ich habe einen fliegenden Teppich, den ich während meiner Vorlesungen im Iran zwischen 2005 und 2017 erhalten habe. Das Problem ist das schlechte Wetter in Russland, an solchen eisigen Tagen ist es unmöglich zu fliegen......also fahre ich und fahre und fahre...", schrieb sie auf Telegram.

Kneissl ist seit ihrem Rückzug aus der Politik regelmäßig in Russland tätig und äußert sich öffentlich in einer Weise, die laut Berichten stark an die Rhetorik kremlnaher Stimmen erinnert. Recherchen internationaler Medien zufolge sollen ihre Einkünfte in Russland mittlerweile sogar über ihrem früheren Ministergehalt liegen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 30.04.2026, 07:37
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