Überall Tiere, Putin-Andenken

Irre Homestory: So lebt Karin Kneissl in Russland

Karin Kneissl empfängt ein russisches Duo in ihrem Landhaus in Russland. Zwischen benutztem Geschirr und Putin-Fotos äußert sie einen Zukunftswunsch.
Newsdesk Heute
27.04.2026, 16:04
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Überraschender Besuch im russischen Hinterland: Die bekannten "Witzbolde" Wowan und Lexus stehen plötzlich vor der Tür von Karin Kneissl. Die ehemalige Außenministerin lässt die beiden herein – und gibt dabei seltene Einblicke in ihr neues Leben fernab von Österreich.

In ihrem einfachen Holzhaus in Giblitsy, 380 Kilometer von Moskau entfernt, serviert Kneissl türkischen Kaffee, plaudert offen über ihren Alltag – und zeigt auch persönliche Erinnerungsstücke. Besonders auffällig: Ein goldgerahmtes Foto mit Kreml-Chef Wladimir Putin von ihrer Hochzeit steht gut sichtbar am Fensterbrett.

Die beiden Besucher sind für ihre umstrittenen Aktionen bekannt. Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig hatten sie bereits im Visier. Kritiker werfen ihnen Nähe zum Kreml vor – Kneissl musste also keine Angst vor einem Reinleger haben.

Sie spricht entspannt auf Englisch (!) über ihren Westfrust und ihren Neustart im Osten. Dabei wird sie durchgehend von einer russischen Synchronsprecherin übertönt. Die Aufnahmen selbst dürften um Weihnachten entstanden sein, hochgeladen wurde die mehr als 17 Minuten lange Homestory erst am 23. April.

"Komplett den Verstand verloren"

"Ich habe Österreich nur mit zwei Hunden und einem Koffer verlassen. Wer konnte wissen, dass das für immer sein würde", erzählt diese laut "Krone"-Bericht in Kneissls Namen. Viele hätten gedacht, sie habe "komplett den Verstand verloren", weil sie jetzt in einem russischen Dorf lebe. Doch bereuen würde sie nichts: "Zum Glück nicht."

Besonders schwierig sei die Zeit im Frühjahr 2022 gewesen. Nach eigenen Angaben wurde sie damals vom französischen Außenministerium aus ihrer Wohnung in Frankreich gedrängt. "Ich war komplett verzweifelt. Ich habe mir gedacht: Wo kann ich überhaupt noch leben? Zehn Nächte lang habe ich nicht geschlafen", schildert Kneissl. Besonders ihr Boxer "Winston Churchill" hätte ihr in dieser Phase Halt gegeben – und letztlich auch ihre Entscheidung geprägt, Europa zu verlassen.

Allerdings erst in Richtung Libanon. Erst im Herbst 2023 folgte dann der Umzug nach St. Petersburg – offenbar mithilfe des russischen Militärs. Samt ihrer Ponys Sumsum und Daphne stieg die Ex-Politikerin auf dem Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien in einen Iljuschin-Flieger, der sonst Panzer und Soldaten transportiert.

Wunsch für die Zukunft

Heute lebt sie mit zahlreichen Tieren auf ihrem Anwesen, darunter Hunde, Katzen, Ponys, Hühner – und sogar einem Pfau mit dem illustren Namen "Salvatore Ferragamo". Der Alltag ist einfach, aber strukturiert. Spaziergänge in der Früh und am Abend gehören fix dazu.

Ihre Tierliebe habe sie auch in ihrer Zeit als Ministerin definiert: Damals habe sie erlaubt, dass Mitarbeiter ihre Tiere mit ins Büro bringen, erzählt sie: "In der Früh sind um die 15 Hunde ins Ministerium gekommen".

Für die Zukunft hat Kneissl vor allem einen Wunsch: Frieden. "Keine Drohnen, keine Bomben", sagt sie. Richtet sie solche Worte auch an Putin? Das sagt sie nicht. Falls doch, findet ihr Appell im Kreml ganz offensichtlich kein Gehör.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 27.04.2026, 17:13, 27.04.2026, 16:04
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