Seit dem Herbst 2023 lebt die ehemalige Außenministerin Karin Kneissl in Russland. Nachdem sie zuerst nach St. Petersburg übersiedelt war, zog es die Ex-Politikerin raus auf das Land. Genauer gesagt, in das kleine Dorf Giblitsy.
Dort wohnt Kneissl in einem grünen Holzhaus mit Veranda. Des Weiteren befinden sich auf dem Grundstück ein Stall und ein Gehege. Dort sind wohl die Zwergponys – Sumsum und Daphne – der Ex-Außenministerin einquartiert.
Doch wie kam es zu Kneissls neuen Leben fernab ihrer Heimat? Ein geleakter Brief, der dem Monatsmagazin "DATUM" vorliegt, gibt Aufschluss über ihre Verflechtungen mit dem Machtapparat von Kreml-Chef Wladimir Putin.
Nach ihrer Amtszeit als von der FPÖ nominierte Außenministerin (2017-2019) ist Kneissl nach Frankreich gezogen. Von dort aus ging es in den Libanon und weiter nach Russland. Im russischen Propaganda-TV sprach sie in der Vergangenheit auch von einer Vertreibung aus Österreich bzw. der EU.
Zu Russland habe Kneissl jedoch schon in der Vergangenheit gute Beziehungen gepflegt, heißt es in dem Bericht. So tanzte sie auf ihrer Hochzeit im Jahr 2018 in der Südsteiermark mit dem Kreml-Chef. Einer dessen engsten Vertrauten soll wohl auch Kneissls Umzug organisiert haben.
Die Rede ist hier vom Chef von Putins Präsidialverwaltung, Anton Wajno. Im Jahr 2024 bedankte sich die Ex-Politikerin in dem geleakten Brief bei diesem für die Hilfe der russischen Regierung. Man habe sie und ihre Tiere "wie enge Verwandte aufgenommen".
Mit dem Umzug sollen mehrere hochrangige Personen betraut gewesen sein. Ein Militärflieger brachte Kneissl und ihre Tiere vom russischen Luftwaffenstützpunkt im syrischen Hmeimim in ihre neue Heimat.
Auch beruflich sieht es für Kneissl in Russland gut aus. Sie hat an der Universität von St. Petersburg ihr eigenes Institut für Geopolitik. Zudem wurde Kneissl vom Kreml-Chef zur Botschafterin für den Amurtiger ernannt. Unter Berufung auf geleakte Informationen aus Russland berichtet "DATUM" von einem Monatsgehalt von gut 18.000 Euro.
Gegenüber dem Monatsmagazin sagte die Vertreterin eines westlichen Geheimdienstes, dass jeder wisse, dass Kneissl unter dem Schutz Putins stehe. Auch der im Exil lebende Geheimdienstexperte Andrej Soldatow hält den Umgang mit der Ex-Außenministerin für besonders.
Dafür scheint die ehemalige Politikerin auch dankbar zu sein, was sich in der Dekoration ihres neuen Zuhauses widerspiegelt. Unter Berufung auf eine russische Dokumentation berichtet "DATUM", dass Kneissl in ihrem Wohnzimmer einen Putin-Kalender aufgehängt hat.
Auch ein Foto von ihr, Putin und dem österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen hängt an der Wand. Auf der Fensterbank befindet sich dann ein Foto von Kneissls Hochzeit. Darauf posiert sie mit dem russischen Machthaber, ihren Ehemann habe sie offenbar weggeschnitten – die Ehe ging in die Brüche.
Nicht so nette Worte findet Kneissl hingegen über ihre alte Heimat. So bezeichnete sie die Menschen in Österreich als "Hyänen". Zudem meinte Kneissl es sei "kein Zufall, dass Hitler aus Österreich kam".
Laut eigenen Aussagen sei die Ex-Politikerin in ihrer alten Heimat bedroht und bespuckt worden, erzählte Kneissl dem Staatssender RT. Auch in Frankreich habe man sie verfolgt. So soll auch der französische Nachrichtendienst in ihre angebliche Vertreibung involviert gewesen sein.