Seit Tagen liegt Buckelwal "Timmy" regungslos in einer flachen Bucht vor Wismar (D) – sein Zustand bleibt kritisch. Experten gehen inzwischen davon aus, dass das Tier nicht überleben wird.
Laut Wasserschutzpolizei und Greenpeace hat sich der Zustand des Wals zuletzt nicht verändert. Wie lange der Meeressäuger noch lebt, kann niemand sagen, doch die Behörden stellen sich bereits auf das Schlimmste ein.
Bereits jetzt laufen konkrete Planungen für die Bergung des Kadavers. Ein Vermessungsboot hat die Umgebung erkundet, um die nötigen Schritte vorzubereiten.
Denn einfach aus dem Wasser ziehen lässt sich der Wal wohl nicht: Er müsse vermutlich zunächst von einer schwimmenden Plattform aus angehoben werden, erklärte Burkhard Baschek vom Deutschen Meeresmuseum. Auch ein spezialisiertes Entsorgungsunternehmen soll eingebunden werden.
Nach der Bergung soll "Timmy" zur Insel Dänholm gebracht und dort untersucht werden. Externe Experten wollen unter anderem die Todesursache klären sowie Körper und Organe vermessen, wiegen und Proben entnehmen. Diese sollen später der Wissenschaft zur Verfügung stehen.
Ein Großteil des Körpers soll anschließend fachgerecht entsorgt werden. Zudem wird geprüft, ob das Skelett wissenschaftlich gesichert werden kann.
Versuche, dem jungen Wal zu helfen, wurden bereits am Mittwoch beendet. Der Buckelwal habe inzwischen "Liegeschäden", weil er seit Tagen an derselben Stelle liege, sagte Tom Bär vom Deutschen Meeresmuseum. Wenn Wale stranden, habe das massive Auswirkungen auf die Lunge, die nicht mehr vollständig belüftet werde. "Ist die Lunge geschädigt, ist auch die Kühlung des Körper beeinflusst", erklärte Bär.
Auch die Politik zeigt sich betroffen. "Dem Wal geht es wirklich ausgesprochen schlecht", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. "Wir schauen, was wir ihm noch Gutes tun können."
So versuchte etwa die Feuerwehr am Karfreitag, das Tier mit Wasser zu kühlen. Mit einem Schlauch wurde "Timmy" befeuchtet, um sein Leid zumindest etwas zu lindern.