In der US-Regierung kommt es erneut zu einem überraschenden Personalwechsel: Präsident Donald Trump hat Justizministerin Pam Bondi entlassen. Es ist bereits die zweite Umbildung im Kabinett innerhalb kurzer Zeit.
Noch kurz zuvor hatte Bondi selbst zahlreiche Mitarbeiter entlassen – nun traf es sie. Nach der bereits gefeuerten Heimatschutzministerin Kristi Noem nimmt das Personalkarussell in Washington weiter an Fahrt auf.
Eigentlich wollte Trump solche Schritte vermeiden. In seiner zweiten Amtszeit galt lange die Linie, Kritik auszusitzen und Gegnern keinen Erfolg zu gönnen. Demokraten und Medien sollten laut dieser Strategie bloß "keinen Skalp" erhalten.
Wie das Magazin "The Atlantic" berichtet, war sogar geplant, bis zu den Midterms im November auf Entlassungen zu verzichten, um Geschlossenheit zu demonstrieren. Erst danach sollte es Veränderungen geben.
Doch zuletzt verschlechterte sich die politische Lage deutlich: Themen wie ICE-Einsätze, die Epstein-Akten und der Iran-Krieg belasteten Trumps Umfragewerte. Laut US-Medien zog der Präsident daraus klare Konsequenzen.
"Er ist sehr wütend und wird Personalwechsel vornehmen", sagte ein Regierungsbeamter gegenüber "Politico".
Bereits im März hatte Trump mit der Entlassung von Kristi Noem den Auftakt gemacht. Der Schritt kam bei vielen Amerikanern gut an und dürfte ihn laut "The Atlantic" zu weiteren Maßnahmen ermutigt haben.
In Washington kursieren inzwischen Listen mit möglichen weiteren Kandidaten für Entlassungen. Laut Berichten stehen mehrere hochrangige Regierungsmitglieder unter Druck – oft, weil sie Trumps Unmut auf sich gezogen haben.
So soll Trump laut dem "Guardian" etwa überlegt haben, Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard zu entlassen. Auch gegen Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer laufen Untersuchungen, während andere Regierungsmitglieder wegen politischer Entwicklungen oder Kritik zunehmend unter Beobachtung stehen.
Die Personalrochaden betreffen nicht nur die Regierung, sondern auch das Militär. Verteidigungsminister Pete Hegseth entließ am Donnerstag drei hochrangige Generäle, darunter den Heeresstabschef Randy George.
Weitere Schritte könnten folgen. Beobachter sehen die Entwicklungen auch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, mit dessen Verlauf Trump offenbar unzufrieden ist.
Ob die vielen Personalwechsel politische Vorteile bringen, ist unklar. Entscheidend dürfte sein, wer auf die frei gewordenen Posten nachrückt. In Washington wird bereits spekuliert, dass vor allem jene gute Chancen haben, die als besonders loyal gegenüber dem Präsidenten gelten.