Ein hessischer Polizist muss seinen Beruf an den Nagel hängen. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden entschied, dass er seinen Beamtenstatus verliert – nach einem brutalen Vorfall bei einer Festnahme im Jahr 2019.
Der Beamte war damals mit einem Kollegen zu einem Einbruch in einen Drogeriemarkt in Kassel gerufen worden. Dort wurde ein Verdächtiger gestellt. Doch dann eskalierte die Situation.
Videoaufzeichnungen zeigen, wie der Polizist 24 Mal auf die Beine des am Boden liegenden, wehrlosen Einbrechers einschlug. Das Opfer erlitt Platzwunden an den Schienbeinen sowie Rötungen und Schwellungen.
Damit nicht genug: Nach der Gewalttat stellte der Beschuldigte gemeinsam mit seinem Kollegen auch noch Strafanzeige gegen den Einbrecher – wegen angeblichen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Eine glatte Lüge, wie sich später herausstellte.
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Das Landgericht Kassel verurteilte den Polizisten im Frühjahr 2022 zu einer Geldstrafe von 200 Tagessätzen wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt und Verfolgung Unschuldiger.
Das Verwaltungsgericht wertete die hohe Zahl der Schläge, für die es keine Veranlassung gab, sowie das Nachtatverhalten als "sehr belastend". Der Polizist habe seine Machtbefugnisse missbraucht und damit das Vertrauen des Dienstherrn und der Allgemeinheit endgültig verloren.
Gegen das bereits im Februar ergangene Urteil kann der ehemalige Beamte noch Berufung einlegen.