Irre Verfolgungsjagd in der Wiener Leopoldstadt: Mit Freundin und Baby an Bord raste ein Mann im vergangenen September vor einer Polizeikontrolle davon. Den schmucken 6er-BMW hatte sich der österreichische Staatsbürger mit Balkan-Wurzeln von seiner Mama ausgeborgt. Weil er 33.000 Euro an Verwaltungsstrafen offen hatte, drückte er in der Vorgartenstraße plötzlich aufs Gas.
Mit überhöhter Geschwindigkeit raste der achtfach vorbestrafte Wiener laut Anklage durch den 2. Bezirk, bog auf der Wehlistraße gegen die Einbahn ein, krachte dort in eine Baustelle und touchierte dabei zwei Fahrzeuge. Und selbst, als ihn mehrere Polizeiautos einkesselten und seine Reifen zerschossen, gab er noch nicht auf – und raste auf einen Polizisten zu.
Der konnte sich nur mit einem Sprung zur Seite retten, wurde vom Seitenspiegel gestreift. "Ich hatte wirklich Angst vor dem Gefängnis. Ich hab‘ mich schon eingesperrt gesehen", sagte er vor Gericht. Statt sechs Wochen Ersatzfreiheitsstraße für die offenen Verwaltungsstrafen saß er seit dem Vorfall bereits 13 Monate in U-Haft. "Er hat einen schlechten Tausch gemacht", stellte sein Verteidiger, Star-Anwalt Christian Werner, fest und nannte die Aktion "unnötig" und "vertrottelt".
Sein Mandant beteuerte vor versammelter Verwandtschaft im Saal: "Ich hatte nie den Vorsatz, den Polizisten zu verletzen. Das schwöre ich auf meine Familie." Wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und Gemeingefährdung wurden ihm insgesamt 3,5 Jahre Haft aufgebrummt – den Führerschein ist er ein für alle Mal los.