Eine grausame Gewalttat unter Jugendlichen erschüttert Wien: Im Juli 2025 wurde ein 15-Jähriger im Steinhagepark in Meidling von mehreren Gleichaltrigen brutal attackiert. Jetzt fällte das Landesgericht Urteile, der ORF berichtete.
Der Schüler schilderte vor Gericht eindringlich, was er durchleben musste: "Ich hatte Todesangst", sagte er. "Ich wollte nur, dass es aufhört. Ich habe geschrien. Die haben nicht aufgehört. Das hat sich für mich wie eine Ewigkeit angefühlt." Besonders die Attacken gegen seinen Kopf hätten sich eingebrannt: "Ich hatte mit meinem Leben abgeschlossen."
Eigentlich wollte der 15-Jährige nur mit einem Freund zur Donauinsel. Doch im Steinhagepark kam es zur Eskalation. Eine Gruppe Jugendlicher sprach die beiden an – es ging unter anderem darum, "warum ich so schau", erinnerte sich das Opfer später. Auch seine vermutete sexuelle Orientierung dürfte Thema gewesen sein.
Dann schlug die Situation völlig um: Der Jugendliche wurde gepackt, zu Boden gerissen und von mehreren Tätern attackiert. Faustschläge, Tritte – auch gegen den Kopf. Selbst als er am Boden lag, hörten die Angriffe nicht auf.
Die Gewalt hatte dramatische Konsequenzen. Der Schüler musste mehr als zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden. Die Diagnose: Schädelbruch, Einblutungen und weitere schwere Verletzungen im Kopfbereich.
Bis heute leidet der 15-Jährige unter den Folgen – darunter Kopfschmerzen, Schlafprobleme und vermutlich eine posttraumatische Belastungsstörung.
Vier Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren wurden nun verurteilt. Die Strafen: teilbedingte Haft. Der älteste Angeklagte sowie ein weiterer 15-Jähriger erhielten jeweils 24 Monate, davon acht unbedingt. Ein 16-Jähriger bekam 18 Monate (sechs unbedingt), ein weiterer 15-Jähriger zwölf Monate bedingt.
Alle müssen sich einer Bewährungshilfe unterziehen und ein Anti-Gewalt-Training absolvieren. Die Urteile sind großteils rechtskräftig – nur einer der Angeklagten legte Rechtsmittel ein.
Für zusätzliche Brisanz sorgten Szenen rund um den Prozess: Während der Urteilsberatung kam es vor dem Landesgericht zu einem Polizeieinsatz. Bekannte der Angeklagten sollen das Opfer bedrängt und sogar zum Kämpfen aufgefordert haben. Auch Drohungen stehen im Raum.
Im Verhandlungssaal selbst kam es ebenfalls zu verstörenden Momenten. Als Videoaufnahmen der Tat gezeigt wurden, reagierten einige Jugendliche mit Gelächter. Erst nach massiven Störungen griff der Richter durch und ließ mehrere Personen aus dem Saal entfernen.
Der 15-Jährige forderte im Prozess 30.000 Euro Schmerzengeld. Am Ende sprach ihm das Gericht 10.000 Euro zu. Ein Teilbetrag wurde bereits direkt übergeben, für den Rest bleibt der Zivilrechtsweg offen.
Die Tat selbst wurde von einem damals 13-Jährigen gefilmt – strafrechtlich belangt werden konnte er nicht. Die Aufnahmen dienten jedoch als Beweismittel und machten die Brutalität der Attacke im Gerichtssaal sichtbar.