Wadsak mit düsterer Ansage

"Heftig, verheerende Folgen" – Meteorologe geschockt

Schwere Unwetter trafen die Adria: Lignano steht teils unter Wasser, in Latisana starb eine Frau in ihrem Auto. ORF-Meteorologe Marcus Wadsak warnt.
Newsdesk Heute
10.09.2026, 21:00
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

An der Adria wüteten am Mittwoch und Donnerstag schwere Unwetter. Der bei Österreichern beliebte Urlaubsort Lignano steht teilweise unter Wasser, in Latisana ist eine Autofahrerin in einer Unterführung von eindringenden Regenmassen eingeschlossen worden und in ihrem Wagen ertrunken.

Auslöser der Gewitter war eine Kaltfront, die den heißesten Sommer Norditaliens mit einem Schlag beendete.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Die dramatischen Wetter-Entwicklungen erschüttern auch ORF-Wettermann Marcus Wadsak: "Das erste Italientief der Saison ist da und es ist heftig". Die intensiven Regengüsse und Gewitter hätten auch den Süden Österreichs gestreift, doch in Italien seien die Folgen "verheerend" gewesen, schreibt er auf Facebook auch mit Blick auf die Tote in Latisana.

Die vom Menschen verursachte Erderwärmung habe auch hier ihre Hände im Spiel: "Der Klimawandel, warmes Mittelmeer und der heiße Sommer verstärken die lange schon bekannte Wetterlage immer öfter, immer stärker", so der bekannte TV-Meteorologe.

Dieser Sommer sei "heiß, heißer, einfach extrem" gewesen, fasst es Wadsak in einem Videobeitrag zusammen. "Dieser Sommer übertrifft alles":

  • Sechs Tage mit 40 Grad gab es hier noch nie;
  • in allen Landeshauptstädten mehr Hitzetage als je zuvor registriert;
  • und die historische Dürre hat in der Landwirtschaft einen Schaden von über einer Milliarde angerichtet

"Wir stehen damit nicht alleine – das Klima kennt keine Grenzen!" Spanien und Frankreich litten bereits im Mai unter einer unbeschreiblichen Hitzewelle. "Die hat mehrere Tausend Menschen frühzeitig aus dem Leben gerissen, weil wir mit diesen neuen Bedingungen noch nicht gut umgehen können."

Seit Donnerstag ist zudem fix: Es war global der wärmste August aller Zeiten! Er lag um 1,65 Grad über dem vorindustriellen Niveau. Das macht auch den Sommer insgesamt zum wärmsten bisher – gleichauf mit 2024, dem bisherigen Rekordhalter.

Wadsak stellt klar: "Das sind alles Dinge, die durch den menschengemachten Klimawandel immer häufiger werden. Und wenn wir nicht energisch und schneller Klimaschutz betreiben, wird sich unser Wetter, unser Klima noch extremer verändern."

Dieser Sommer mag für viele Menschen "nett und toll" gewesen sein, andere wiederum litten unter der Hitze oder haben große Teile ihrer Existenzgrundlage oder sogar ihr Leben verloren.

Für Herbert Kickl ist das Benennen der wissenschaftlich eindeutig nachgewiesene Ursache, die menschlichen Treibhausgas-Emissionen, hingegen "Gotteslästerung" – wie bei Galileo Galilei. Die katholische Kirche hat allerdings inzwischen dazugelernt.

red,Akt. 10.09.2026, 21:17, 10.09.2026, 21:00