Nach Temperaturen von bis zu 35 Grad schlägt das Wetter an der Adria plötzlich um. Heftige Gewitter, Hagel und Sturm ziehen über Italien, Slowenien und Kroatien – und lassen die Temperaturen massiv abstürzen.
Die angekündigte Kaltfront beendet damit eine außergewöhnlich heiße Phase. Italien und Kroatien verzeichneten den heißesten Sommer seit Beginn der Messungen. Noch am Dienstag wurden vielerorts 35 Grad erreicht.
Am Mittwoch erwischten schwere Gewitter zunächst weite Teile Norditaliens. Starkregen und stürmische Böen richteten Schäden an und sorgten für Behinderungen.
In Mailand ließ die Stadt vorsorglich Parks sperren. Damit sollten Verletzungen durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste verhindert werden.
Auch auf der Schiene kam es zu Problemen. Zwischen Cremona und Treviglio sowie zwischen Cremona und Brescia mussten zahlreiche Züge ausfallen, nachdem Äste auf die Gleise gestürzt waren.
Auch aus Friaul-Julisch Venetien, der italienischen Nachbarregion Kärntens, wurden schwere Unwetter gemeldet.
Gegen Mittag erreichte die Gewitterfront Slowenien und zog von der Küste rasch weiter ins Landesinnere.
"Es geht mit starken Windböen einher", erklärte Eva Bezek von der Slowenischen Umweltagentur Arso gegenüber der Nachrichtenagentur STA. An der Messstation Godnje wurde gegen 11 Uhr eine Böe mit 73 Kilometern pro Stunde registriert.
Der Sturm beschäftigte zahlreiche Feuerwehren. In Ljubljana waren ab 13.30 Uhr zeitweise 615 Haushalte ohne Strom.
Besonders eindrucksvolle Bilder kamen aus Metliko. Nach heftigem Hagel präsentierten sich dort Straßen und Flächen teilweise wie im Winter.
Die Unwetter führten auch zu lokalen Verkehrsbehinderungen. Autofahrer wurden aufgefordert, ihre Geschwindigkeit und Fahrweise an die Straßenverhältnisse anzupassen.
Für den weiteren Mittwoch rechnete Arso mit einer weiteren ähnlichen Gewitterfront aus Westen. Am Donnerstag werden vor allem im Südwesten Sloweniens länger anhaltende Regenfälle erwartet. Innerhalb von 24 Stunden könnten rund 100 Millimeter Niederschlag fallen.
Gleichzeitig folgt ein kräftiger Temperatursturz: Am Donnerstag sollen die Tageshöchstwerte nur noch bei 16 bis 17 Grad liegen. Im Laufe des Freitags dürfte sich die Wetterlage beruhigen, für das Wochenende wird überwiegend klares und trockenes Wetter erwartet.
Auch Kroatien bekam die ersten Gewitter bereits zu spüren. In Rijeka wurden laut dem staatlichen Wetterdienst DHMZ heftige Gewitter mit Niederschlag registriert. Für die Region gilt die Warnstufe Orange.
"Stellen Sie sich auf schwere Gewitter ein, die erhebliche Schäden verursachen können, und schützen Sie sich vor Blitzen. Schäden an Gebäuden und Bäumen sind möglich. Zudem kann es zu örtlichen Sturzfluten, stürmischen Winden und Hagel sowie zu Beeinträchtigungen im Verkehr kommen", teilte der DHMZ mit.
In Zagreb setzte gegen 13.30 Uhr starker Wind ein. Leser der Zeitung "Večernji list" berichteten von herumfliegenden Ästen und Unrat. "Hier herrscht Chaos. Wir wollten nur kurz einen Kaffee trinken gehen, als plötzlich die Regenschirme durch die Luft flogen".
Auch am Donnerstag bleibt die Wetterlage in Kroatien wechselhaft und überwiegend bewölkt. Im Landesinneren wird es deutlich kühler, zudem werden regional Regen und Gewitter erwartet. Vor allem im Norden der Adria können diese kräftiger ausfallen.
Für weite Teile Kroatiens gelten weiterhin Gewitterwarnungen. In Rijeka und Gorski Kotar wurde wegen möglicher schwerer Gewitter und lokal großer Regenmengen erneut die Warnstufe Orange ausgegeben.