2024 war der 28-Mio.–Euro-Neubau eröffnet worden, zuletzt wurde Kritik wegen den harten Arbeitsbedingungen laut.
Nicole Matausch, Pflegedirektorin des Pflege- und Betreuungszentrums Korneuburg, betont: "Aktuell werden bereits Maßnahmen zur Entlastung der Mitarbeitenden umgesetzt sowie weitere Ideen und Lösungsvorschläge seitens des Pflegeteams eingeholt."
Seit 9. Februar wird wieder im Vier-Gruppen-System (statt in drei Gruppen) gearbeitet. Es gibt zwar 12-Stunden-Schichten, aber auch kürzere Dienstformen (etwa 6 Stunden). Kurze Pausen seien laut der Direktion möglich. Bei den langen Dienstzeiten ist die bezahlte Mittagspause integriert. Im Tagesablauf sind neun Bewohner je Pfleger vorgesehen.
Wo die Problemfelder lagen? Von einer Kündigungswelle könne keine Rede sein. Im letzten halben Jahr gab es nur eine Kündigung durch den Dienstnehmer selbst. Eine Führungskraft wird in nächster Zeit das PBZ aufgrund einer beruflichen Veränderung in eine höhere Position verlassen. Laut der Landesgesundheitsagentur kam es im Jänner 2026 zu vermehrten Krankenständen und Schwangerschaftsmeldungen, was aber auch mit dem "Pflegepool kompensiert werden konnte". Zudem sollen nun vermehrt Frühdienste ab dem März-Dienstplan angeboten werden.
Laut Betriebsrats-Vorsitzendem Patrick Haider arbeite die Führung daran, "die Situation weiter zu stabilisieren". Eine generelle Überlastung des Hauses könne auch er nicht bestätigen. "Die Berichterstattung hat uns als Betriebsrat überrascht, da im Vorfeld keine konkrete Meldung aus der betroffenen Station an uns herangetragen wurde. Als Betriebsrat stehe ich jederzeit für Gespräche zur Verfügung und habe ein offenes Ohr für die Anliegen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Entscheidend ist jetzt eine sachliche und lösungsorientierte Zusammenarbeit."
Es würden unzählige Möglichkeiten bestehen, sich bei Überlastung Hilfe zu holen – von Einzel-Gesprächen mit den Vorgesetzten über Teambesprechungen bis hin zu Gesprächen mit dem lokalen Betriebsrat oder Überlastungsmeldungen. Keiner dieser Wege wurde im gegenständlichen Fall genutzt, heißt es seitens des PBZ Korneuburg.
Direktorin Matausch sagt: "Speziell bei pflegeorganisatorischen Fragestellungen ist es mir ein Anliegen, dass unsere Mitarbeitenden miteingebunden sind, denn sie wissen genau, wann die Arbeitsspitzen auftreten und je nach vorhandenen Möglichkeiten und Mitteln gut bewältigbar sind. Denn mir ist es persönlich sehr wichtig, auf die Sorgen jedes einzelnen Teammitglieds einzugehen. Meine Tür steht und stand immer allen Kolleginnen und Kollegen offen."
Aufgrund von Krankenständen könne es natürlich auch zu Ausfällen kommen. Um die Belastung zu reduzieren, wurde aber deshalb u.a. der regionale Pflegepool Weinviertel ins Leben gerufen. Hier unterstützen eigene Pool-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die PBZ-Standorte bei kurzfristigen Personal-Ausfällen. Das bedeutet für die Teams an den Standorten einen höheren Grad an Dienstplanstabilität sowie eine Entlastung im Alltag.