"Bildungsbomben über Afrika abwerfen." Dieser Satz fiel bei der Veranstaltung "Stay a Day" im St. Pöltner Landhaus – vor neuen Schulsprechern aus ganz Niederösterreich. Mehrere Teilnehmer berichten übereinstimmend von dieser Wortwahl.
Gesagt haben soll ihn FPÖ-Landtagsabgeordneter und Bildungssprecher Helmut Fiedler. Der Auftritt habe viele irritiert. "Fiedler trat einen Schritt vor und salutierte", schilderte eine Schülerin gegenüber "Heute".
Die Schülerin berichtete weiter, Fiedler habe Bildung als "Waffe" bezeichnet, mit der man sich verteidigen könne. Zudem habe er Strukturen des Militärs mit Bildungsstrukturen verglichen. "Generell war es sehr irritierend, dass er so viele Militär-Vergleiche gemacht hat", sagte sie.
Viele Schüler seien nach dem Auftritt "verwirrt" gewesen. "Wir wissen, dass er dies nur metaphorisch gemeint hat, aber im Nachhinein fanden wir diese Ausdrucksweise vollkommen fehl am Platz", so Teilnehmer der Veranstaltung.
"Stay a Day" findet jährlich im St. Pöltner Landhaus statt. Eingeladen sind die Landesschülervertretungen Niederösterreichs. Ziel ist es, jungen Schulsprechern politische Abläufe näherzubringen sowie Rhetorik und Konfliktmanagement zu vermitteln.
Neben der zuständigen Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) nehmen auch Bildungssprecher der Landtagsparteien teil. Gerade deshalb sei die Wortwahl bei einigen Teilnehmern auf Unverständnis gestoßen.
Fiedler weist die Kritik zurück. "Die Formulierung war als bildhafte Zuspitzung gemeint." Er verweist darauf, bis zum Vorjahr als Offizier tätig gewesen zu sein, und greife daher gelegentlich auf Begriffe aus diesem Umfeld zurück.
Außerdem betont er: "Gemeint war selbstverständlich keine militärische Handlung, sondern eine massive Bildungsoffensive, also gezielte und umfangreiche Investitionen in Bildung." Und weiter: "Es war in plakativer Vergleich, um die Bedeutung von Bildung in Krisenherden dieser Welt am Beispiel Afrikas hervorzuheben. Diese Denkweise nahm ich aus meiner Auslandserfahrung aus Frankreich mit."