Es war einer der dramatischsten Momente der Olympischen Winterspiele 2026. Giacomel ging am vergangenen Freitag als einer der Favoriten in den abschließenden Massenstart-Bewerb der Biathleten, wurde dieser Rolle auch zunächst gerecht. Der 25-Jährige führte nämlich das Rennen nach zwei von vier Schießen an, ging als Führender in die Langlaufloipe durch den Wald. Ehe er plötzlich stark an Tempo verlor, überholt wurde und nach einigen Augenblicken das Rennen sogar aufgab.
Er hatte zuvor beim Vorbeilaufen an einem Betreuer auf seinen Brustkorb gezeigt, musste sich, nachdem er das Rennen beendet hatte, auch übergeben. Giacomel wurde noch an der Strecke in Antholz erstuntersucht.
Eine elektrophysiologsiche Untersuchung in einer Spezialklinik in Mailand brachte wenig später schließlich ein Vorhofflimmern ans Licht, wie der italienische Skiverband FISI am Dienstag bekannt gab. Daraufhin folgte eine Herz-OP, eine sogenannte Ablation, die bereits durchgeführt wurde. "Gleich nach dem zweiten Liegendschießen funktionierte mein Körper nicht mehr richtig, ich hatte große Schwierigkeiten zu atmen und mich zu bewegen, deshalb musste ich aufhören. Das war das schlimmste Gefühl, das ich bisher in meinem Leben erlebt habe", schrieb Giacomel unmittelbar nach seinem Ausstieg auf Instagram.
Nach dem Eingriff am Herzen sei für Giacomel die Saison nun zu Ende, das bestätigte der 25-Jährige mittlerweile in sozialen Netzwerken. Er sei "am Boden zerstört", meinte er. Vor allem auch deshalb, weil der Südtiroler durchaus gute Chancen im Gesamtweltcup hatte, dort aktuell auf Rang zwei mit bloß 37 Punkten Rückstand auf den Franzosen Eric Perrot liegt. Der Olympia-Traum platzte zuerst, nun der Traum vom Gesmatweltcup.