Familientragödie in Groß Enzersdorf: Eigentlich hätte der 17. Juli für Andreas und seine Liebsten ein Tag zum Feiern sein sollen: Sein Sohn (15) hatte gerade erst die Prüfung für seinen Mopedführerschein bestanden, fuhr auf dem Heimweg stolz vor seinem Vater (60) her – doch dann passierte das Unglück.
Aus dem Nichts erlitt Andreas hinterm Steuer einen Herzinfarkt, verlor die Kontrolle über das Fahrzeug und krachte gegen das Moped seines Sohnes. Der Bursch erlitt zwar nur leichte Abschürfungen, ist laut seiner Oma, Traude N., Andreas' Mutter, jedoch seither psychisch sehr belastet. "Man hat das bei Andreas einfach nicht kommen sehen, dass so etwas passieren kann", erzählt die Niederösterreicherin traurig.
An der Unfallstelle war der Schock groß, binnen Minuten waren zahlreiche Rettungskräfte vor Ort. "Sie haben versucht, Andreas zu reanimieren, wollten ihn dann erst ins Krankenhaus Nord bringen", erinnert sich dessen Bruder (60). Laut dem ehemaligen Krankenhaus-Mitarbeiter habe man bereits alle Vorkehrungen getroffen, um Andreas in das Wiener Spital zu transportieren, entschied sich jedoch in letzter Sekunde um.
"Sie haben ihn dann doch mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Wiener Neustadt gebracht", wundert er sich. Auf dem Weg dorthin verstarb der 60-Jährige an den Folgen des Infarkts. Mama Traude ist sich sicher: "Hätten sie ihn ins nähere Wiener Spital gebracht, würde er noch leben!"
Warum der Niederösterreicher schlussendlich doch den längeren Weg auf sich nehmen musste, um nach Wiener Neustadt geflogen zu werden, ist der Familie ein Rätsel. "Nur, weil er Niederösterreicher ist?", fragen sie sich. "Heute" erkundigte sich bei der zuständigen Pressestelle des Notrufs Niederösterreich, warum es zu der kurzfristigen Umplanung kam.
"Grundsätzlich gilt bei Rettungseinsätzen in Niederösterreich: Der Wohnsitz eines Patienten spielt bei der Auswahl des Zielkrankenhauses keine Rolle", wird klar gemacht. Entscheidend sei vielmehr, welches Krankenhaus für die jeweilige Erkrankung oder Verletzung geeignet, aktuell aufnahmefähig und vom Einsatzort aus am besten erreichbar ist. "Dabei spielen im Gegensatz zu geplanten Eingriffen die Bundesländergrenzen keine Rolle".
Dem Rettungsdienst stünden auch die aktuelle Informationen über die jeweiligen Aufnahmekapazitäten der umliegenden Spitäler zur Verfügung. "Diese können sich innerhalb kurzer Zeit ändern, etwa wenn unmittelbar zuvor andere Notfallpatientinnen oder -patienten eingeliefert wurden", wird angemerkt. Mit Andreas Familie stünde man in diesem Fall bereits im Kontakt, so Notruf Niederösterreich.