Ein 15 Jahre alter Bub wird am frühen Morgen aus dem Schlaf gerissen – er ist allein zu Hause. Plötzlich stehen bewaffnete Eindringlinge im Haus seiner Eltern in Großebersdorf (Bezirk Mistelbach) – "Heute" berichtete. Was am 2. April 2026 passiert sein soll, beschäftigte am Freitag, den 11. September, das Wiener Landesgericht.
Drei Teenager (zur Tatzeit 17, 18 und 19 Jahre alt) hatten das Wohnhaus zuvor gezielt ausgekundschaftet, berichtet die "NÖN". Die drei Syrer wussten demnach, dass die Eltern in der Früh zur Arbeit gingen und ihr Sohn alleine zurückblieb.
Dann schlugen die Täter eine Fensterscheibe ein und drangen ins Haus ein. Der 15-Jährige wurde geschlagen und mit einer Schreckschusspistole bedroht. Weil er die Waffe für echt hielt, musste er unter Todesangst gemeinsam mit den Eindringlingen durch die Räume gehen. Die Waffe wurde dabei gegen den Kopf des 15-Jährigen gerichtet.
Nach rund einer Viertelstunde machten sich die Täter mit Bargeld und Schmuck im Gesamtwert von knapp 18.000 Euro davon. Zuvor soll einer der Angreifer dem weinenden Opfer gedroht haben: "Wenn du redest, schneide ich dich auf!"
Der Überfall hinterließ Spuren. Der Bub erlitt laut Zeitungsbericht eine Kopfprellung, eine Zerrung der Halswirbelsäule und eine posttraumatische Belastungsreaktion. Vor Gericht wurde er deshalb ohne die Angeklagten und unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt.
Der Schöffensenat sprach die dreiköpfige Jugendbande wegen schweren Raubes, Körperverletzung und schwerer Nötigung schuldig. Die beiden älteren Angeklagten (18, 19) erhielten jeweils sechs Jahre Haft, davon zwei Jahre unbedingt – nicht rechtskräftig. Der 17-Jährige wurde zu 40 Monaten verurteilt, davon muss er ein Jahr unbedingt absitzen – nicht rechtskräftig.
Doch die Ermittler machten noch einen vierten Beteiligten aus. Ein damals 15 Jahre alter Cousin eines Angeklagten soll die Bande überhaupt erst auf die Familie aufmerksam gemacht haben.
Der Jugendliche kannte das spätere Opfer aus der Schule. Zuvor soll er den Gleichaltrigen bereits erpresst und von ihm insgesamt 63.000 Euro bekommen haben. Dadurch entstand offenbar der Eindruck, bei der Familie sei "viel zu holen", schreibt die "NÖN". Für seinen Hinweis habe er selbst 15.000 Euro verlangt.
Auch der mutmaßliche Tippgeber wurde verurteilt. Er erhielt dreieinhalb Jahre Haft, davon ein Jahr unbedingt. Rechtskräftig sind alle Urteile nicht. Die Verteidiger akzeptierten die Entscheidungen, die Staatsanwaltschaft gab zunächst keine Erklärung ab.