Klimawandel, trockene Sommer und sinkende Grundwasserspiegel stellen Gemeinden vor immer größere Herausforderungen. Wiener Neustadt und Lanzenkirchen wollen deshalb bei der Trinkwasserversorgung künftig enger zusammenarbeiten.
Die Stadt Wiener Neustadt, die Wiener Neustädter Stadtwerke und Kommunal Service GmbH und die Marktgemeinde Lanzenkirchen haben dazu am Dienstag einen symbolträchtigen "Letter of Intent" unterzeichnet. Ziel ist es, vorhandene Wasserressourcen, Anlagen und Leitungsnetze über Gemeindegrenzen hinweg besser gemeinsam zu nutzen.
"Die langfristige Absicherung unseres Trinkwassers ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben für die gesamte Region", erklärt Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger (VP). Trockenperioden würden zeigen, dass rechtzeitig Vorsorge getroffen werden müsse.
Künftig sollen die Wassernetze Schritt für Schritt stärker miteinander verknüpft werden. Damit könnten Gemeinden bei Engpässen, technischen Ausfällen oder extremen Wetterlagen gegenseitig Wasser beziehen oder einspeisen.
Auch Infrastrukturstadtrat Franz Dinhobl (VP) sieht darin einen wichtigen Sicherheitsfaktor. Die Wasserwerke in Wiener Neustadt verfügten über eine leistungsfähige Infrastruktur und entsprechendes technisches Know-how. Dieses System soll nun stärker für die gesamte Region genutzt werden.
Lanzenkirchen ist derzeit laut Bürgermeister Bernhard Karnthaler (VP) ausreichend mit Wasser versorgt. Trotzdem wolle man vorsorgen. "Gerade ein trockener Sommer wie heuer zeigt uns, dass wir heute schon an morgen denken müssen", so Karnthaler.
Als Nächstes werden die vorhandenen Wasserreserven und Versorgungskapazitäten erhoben. Auch bestehende und mögliche neue Leitungsverbindungen werden überprüft. Danach sollen technische Varianten und ein gemeinsamer Entwicklungsplan ausgearbeitet werden.
Für Wiener Neustadt ist die Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden nicht neu. Die städtischen Wasserwerke arbeiten bereits mit mehreren Partnern in der Region zusammen. Dieses Netzwerk wird nun um Lanzenkirchen erweitert.