Die Nachricht erwischte viele Haushalte eiskalt und unerwartet: In Neupölla (Bezirk Zwettl, NÖ) ist das Leitungswasser plötzlich tabu. Wer den Hahn aufdreht, darf das Wasser nicht trinken. Selbst Abkochen macht es nicht sicher.
Die Einschränkung betrifft das gesamte Versorgungsgebiet der lokalen Wasserversorgung. Entdeckt wurde das Problem im Zuge routinemäßiger Kontrollen. Dabei wurden erhöhte Werte bestimmter Chemikalien festgestellt, die nicht den geltenden Vorschriften entsprechen.
Konkret geht es um sogenannte PFAS – also langlebige Industriechemikalien, die über Jahrzehnte in zahlreichen Produkten eingesetzt wurden, etwa in Textilien, Haushaltswaren oder der Industrie.
Für die Bevölkerung gilt nun eine klare Regel: Das Wasser darf nur noch für Zwecke wie Waschen, Duschen, Körperpflege oder Reinigung verwendet werden. Zum Trinken ist es derzeit ungeeignet.
Parallel dazu laufen weitere Untersuchungen. Ergebnisse werden frühestens in den kommenden Tagen erwartet, heißt es von der Gemeinde.
Um die Versorgung zu sichern, wird den betroffenen Bewohnern zusätzlich Trinkwasser zur Verfügung gestellt – pro Person gibt es kostenlos einen 6x1,5-Liter-Träger Wasser pro Woche. Wie lange die Einschränkungen gelten und Leitungswasser nicht getrunken werden darf, ist noch offen.