Duschen statt Baden, den Garten nicht gießen, den Pool mit Bedacht füllen: die Botschaft vieler Gemeinden ist in diesem heißen Sommer eindeutig. Im Raum Krems wird das Wasser teilweise bereits so knapp, dass sogar Verbote ausgesprochen wurden – "Heute" berichtete. Gleichzeitig hat die Stadt Krems einen zweiten Auftrag an ihre Einwohner: Sie werden gebeten, doch selbst einen Kübel zu schnappen und die Bäume in der Stadt zu gießen.
Erst am 10. August erinnerte die Stadt Krems daran, dass Trinkwasser ein wertvolles Gut ist. Die Versorgung sei zwar auch bei erhöhtem Verbrauch gesichert, dennoch solle jeder sorgsam mit der Ressource umgehen. Wasser nicht unnötig laufen lassen, beim Gartengießen und beim Befüllen von Pools auf den Verbrauch achten – Eigenverantwortung lautet die Devise.
Der Hintergrund ist klar: An einem durchschnittlichen Tag werden in Krems rund 7,5 Millionen Liter Trinkwasser gefördert. An besonders heißen Tagen kann der Bedarf auf bis zu zwölf Millionen Liter steigen, heißt es. 97 Prozent des Wassers stammen aus dem Grundwasser.
Wenige Kilometer weiter ist aus dem freundlichen Spar-Appell bereits bitterer Ernst geworden. In Weinzierl am Walde (Bezirk Krems-Land) herrscht laut Gemeinde "akute Wasserknappheit".
„Es kann derzeit kaum zu viel gegossen werden.“Eduard PauerStadtgartenamtsleiter
In zehn Katastralgemeinden wurde deshalb das Rasensprengen sowie das Waschen von Autos und anderen Fahrzeugen mit Wasser aus dem Ortsnetz verboten. Wer dagegen verstößt, riskiert sogar eine hohe Verwaltungsstrafe.
Nur: Ganz ohne Gießen geht es offenbar auch nicht. Denn bereits Ende Juli starteten die Stadt Krems und die Initiative "Kremser Klimabaum" einen interessanten Aufruf. Die Einwohner sollen beim Bewässern der öffentlichen Stadtbäume mithelfen.
Unter dem Motto "Gießen vor der Haustür" werden Kremser gebeten, junge Bäume und Sträucher in ihrer Nachbarschaft alle paar Tage mit mehreren Kübeln Wasser zu versorgen. Am besten früh am Morgen oder am Abend, so der Wunsch.
Das Stadtgartenamt ist zwar selbst täglich mit Bewässerungsfahrzeugen unterwegs. Wegen Hitze und Trockenheit reicht das nach Angaben der Stadt aber vielerorts nicht aus.
Besonders bemerkenswert ist in Zeiten des Wassersparens die Ansage von Stadtgartenamtsleiter Eduard Pauer: "Es kann derzeit kaum zu viel gegossen werden." Jeder Liter helfe den Bäumen durch die Trockenperiode.
Damit niemand beim freiwilligen Einsatz für das Stadtgrün am Werkzeug scheitert, gibt es sogar kostenlose Kremser Gießkübel beim Stadtgartenamt abzuholen.
Der Hintergrund der Aktion ist natürlich ernst: Junge Bäume leiden tatsächlich massiv unter Trockenstress. Gleichzeitig sind sie gerade in aufgeheizten Städten wichtig, weil sie Schatten spenden und ihre Umgebung kühlen.
Trotzdem ergibt sich für die Bevölkerung ein durchaus eigenwilliges Sommerprogramm: Zu Hause soll mit Trinkwasser möglichst sorgsam umgegangen werden. Vor der Haustür darf man aber kräftig Wasser schleppen und gießen – diesmal allerdings für die Stadt.