Ungewöhnlicher Fund im Bezirk Melk: In St. Leonhard am Forst ist eine verletzte Brieftaube entdeckt worden. Der gefiederte Bruchpilot stammt aus Deutschland, berichten die "Niederösterreichischen Nachrichten".
Eine offenbar verletzte Taube wäre vergangenen Sonntag beinahe vor das Auto eines der Burschen gelaufen. Das "streng riechende" Tier konnte nicht mehr fliegen und bewegte sich nur noch zu Fuß fort.
Laut Anrainern dürfte die Taube bereits seit mehreren Tagen in der Gegend unterwegs gewesen sein. Als die Jugendlichen anhielten, blieb der Vogel verstört auf der Fahrbahn stehen. Schnell war klar: Das Tier brauchte Hilfe.
Die Burschen nahmen die Taube mit und brachten sie zur Polizeiinspektion Mank. Dort bekam der geschwächte Vogel zunächst Wasser und Brotkrümel.
Besonders auffällig war ein grün-gelbes Fußband am Bein der Taube. Über die darauf vermerkte Kennzeichnung kamen die Polizisten schließlich auf die richtige Spur.
Die Tierschutzhotline NÖ vermutete, dass es sich um eine Brieftaube aus einem Zuchtverein handeln könnte. Recherchen zur Nummer am Fußband führten tatsächlich zu einem deutschen Brieftaubenverein aus Bayern, berichten die "NÖN".
Telefonisch konnte dort zunächst niemand erreicht werden. Deshalb suchten die Beamten nach Brieftaubenzüchtern in der Region und wurden schließlich in Statzendorf (St. Pölten) fündig.
Dort erhielten die Polizisten einen entscheidenden Hinweis: Rund drei Wochen zuvor soll in Ebreichsdorf ein Wettflug eines deutschen Vereins stattgefunden haben. Die Kennzeichnung "DV" deutete ebenfalls darauf hin, dass die Taube aus Deutschland stammt.
Offenbar hatte sich der Vogel während des Fluges verirrt und war schließlich verletzt in St. Leonhard gelandet.
Ein Bekannter aus der Brieftaubenszene nahm das Tier laut "NÖN" schließlich auf und kümmerte sich darum, dass es wieder zu seinem rechtmäßigen Besitzer nach Deutschland gebracht wurde.