Sie sah Natascha immer nach

Hier verschwand sie: Kampusch-Mama zeigt sich am Balkon

Fast drei Jahrzehnte nach der Entführung von Natascha Kampusch zeigt der ORF eine Szene, die unter die Haut geht. Ihre Mama am Balkon.
Heute Entertainment
13.03.2026, 07:58
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Es ist in Wahrheit nur ein Balkon. Doch kennt man die ganze Geschichte dahinter, dann sorgt der Ort für Gänsehaut. Für die Familie von Natascha Kampusch ist er ein Ort, der für immer mit Schmerz verbunden bleibt.

Journalist Christoph Feurstein besucht für eine neue ORF-Doku die Mutter von Kampusch, Brigitta Sirny. Die Kamera begleitet sie hinaus auf den Balkon ihres Hauses. An genau jenen Platz, von dem aus sie am 2. März 1998 ihrer Tochter auf dem Weg zur Schule nachsah.

Es war das letzte Mal, dass sie das Mädchen sah. Für achteinhalb Jahre.

Die Szene wirkt fast unwirklich. Sirny steht dort, blickt hinaus. An denselben Ort, an dem damals der Schrecken begann, der scheinbar nie enden wollte. Ein Bild, das es so bisher noch nie zu sehen gab.

Familie spricht offen wie noch nie

Der Moment ist Teil der ORF-Dokumentation "Natascha Kampusch – Gefangen in Freiheit", die das Leben der heute 38-Jährigen nachzeichnet. Vom Tag ihres Verschwindens bis zu den schweren Folgen, die sie bis heute begleiten.

Die Familie hat nun erstmals offen über den aktuellen Zustand von Kampusch gesprochen. Ihre Schwester Claudia Nestelberger beschreibt die Situation erschütternd: "Jeder weiß, wie Natascha früher vor der Kamera gesprochen hat. Das gibt es jetzt überhaupt nicht mehr. Sie ist meist in einer eigenen Welt. Sie ist wieder in einer Art Gefangenschaft. Es ist herzzerreißend und wir fühlen uns hilflos."

Nataschas Aussagen wurde angezweifelt

Zum 20. Jahrestag ihrer spektakulären Flucht aus der Gefangenschaft von Wolfgang Priklopil wächst das internationale Medieninteresse wieder massiv. Eine enorme Belastung für die Familie.

In der Dokumentation besucht Feurstein gemeinsam mit Nestelberger und deren Tochter auch das Haus, in dem Kampusch jahrelang gefangen gehalten wurde.

Beim Ausräumen stoßen sie auf ein Kleidungsstück, das sofort Erinnerungen wachruft: jenes Kleid, das Natascha am Tag ihrer Entführung getragen hatte.

Der Fall Kampusch wurde im Laufe der Jahre mehrfach untersucht. Insgesamt fünfmal. Zuletzt sogar unter Beteiligung des deutschen Bundeskriminalamts und des FBI. Das Ergebnis war jedes Mal dasselbe: Kampusch sagt die Wahrheit.

Trotzdem wurde ihr immer wieder misstraut, ihre Aussagen angezweifelt, ihr Ruf beschädigt.

Die ORF-Dokumentation will nun ein umfassenderes Bild zeichnen: Von der Entführung über die jahrelangen öffentlichen Anfeindungen bis zu den Belastungen, die schließlich zu ihrem gesundheitlichen Zusammenbruch führten.

Ausgestrahlt wird das "Thema Spezial" am 16. März um 20.15 Uhr in ORF 2. Danach folgt eine Diskussionsrunde mit Lou Lorenz‑Dittlbacher.

Was aber jetzt schon hängen bleibt: Eine Mutter auf einem Balkon, der Blick auf den Ort gerichtet, an dem ihre Tochter damals verschwand.

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