Drei Jahre nach seinem Sensationslauf bei der WM in Courchevel endet das Ski-Märchen von AJ Ginnis auf leisen Sohlen.
Der Grieche hatte sich 2023 völlig überraschend Slalom-Silber gesichert und damit Wintersport-Geschichte für sein Land geschrieben. Danach warf ihn jedoch sein Körper immer wieder zurück. Nach einer Knie-Operation verpasste der 31-Jährige nahezu die komplette Vorsaison. In der laufenden Olympia-Saison wollte er – ausgerüstet mit Material von Marcel Hirscher – noch einmal voll angreifen.
Doch daraus wurde nichts.
Bereits im Herbst hatte sich Ginnis im Vorfeld des Gurgl-Slaloms schwer verletzt. "Ich habe mir das Syndesmoseband gerissen, ich wurde operiert und jetzt bin ich am Weg zurück", schrieb er damals. Sein Ziel war klar formuliert: "Der Plan ist, dass ich im Jänner wieder Skifahren werde und es zu 100 Prozent zu den Spielen schaffe. Wir werden sehen, wie sich das alles entwickelt."
Österreichs Medaillen-Helden
🥈Sabine Payer – Snowboard-RTL (Tag 2)
🥇Benjamin Karl – Snowboard-RTL (Tag 2)
🥈Jonas Müller – Rodel-Einsitzer (Tag 2)
🥈Manuel Feller / Vincent Kriechmayr – Ski-Kombi (Tag 3)
🥇Ariane Rädler / Katharina Huber – Ski-Kombi (Tag 4)
🥈Johannes Lamparter – Nordische Kombi, 10km (Tag 5)
🥉Selina Egle / Lara Kipp – Rodel-Doppelsitzer (Tag 5)
🥈Thomas Steu / Wolfgang Kindl – Rodel-Doppelsitzer (Tag 5)
🥉Cornelia Hütter – Super-G (Tag 6)
🥇Alessandro Hämmerle / Snowboard-Cross (Tag 6)
🥉Jakob Dusek – Snowboard-Cross (Tag 6)
🥈Lisa Schulte, Thomas Steu/Wolfgang Kindl, Jonas Müller, Selina Egle/Lara Kipp – Rodel-Teamstaffel (Tag 6)
🥇Janine Flock – Skeleton (Tag 8)
Am Tag vor dem Olympia-Slalom machte Ginnis öffentlich, dass seine Karriere endet. Grund sind anhaltende Probleme nach dem letzten Eingriff. "Morgen werde ich bei den Olympischen Spielen zum letzten Mal aus dem Starttor gehen. Komplikationen nach meiner letzten Operation erlauben es mir nicht, auf dem Niveau anzutreten, das dieser Sport erfordert. Das ist eine Realität, die ich akzeptieren musste."
Statt um Medaillen wird es für ihn nur noch um einen würdigen Abschied gehen. "Ich werde die Tore nicht attackieren. Stattdessen habe ich die Möglichkeit erhalten, das Starttor zu verlassen, hinunterzurutschen und meine Karriere nach meinen Vorstellungen zu beenden. Und dafür bin ich zutiefst dankbar", erklärte der Slalom-Spezialist.
Sein letzter Lauf soll kein Kampf gegen die Uhr sein. "Morgen geht es nicht um die Uhr oder die Ergebnisse. Es geht um Dankbarkeit. Es geht um Respekt vor dem Sport, der mein Leben geprägt hat. Es geht darum, den Weg dort zu beenden, wo jeder Athlet einmal stehen möchte. Ein letzter Start auf der größten Bühne der Welt. Danke Griechenland, dass ihr mir diesen Moment ermöglicht."