Österreich glüht

Hitze ohne Ende – jetzt platzen die Autobahnen auf

Auf Österreichs Straßen wird’s gefährlich heiß: Der Asphalt glüht, Betonplatten wölben sich – und die Asfinag ist im Dauereinsatz.
Christoph Weichsler
02.07.2025, 19:06
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Wenn sich der Sommer in Österreich so richtig austobt, wird es nicht nur in Wohnungen unerträglich heiß – sondern auch auf der Straße. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Auf unseren Autobahnen erreicht die Oberfläche derzeit Temperaturen von bis zu 55 Grad Celsius. Das bringt nicht nur Fahrzeuge an ihre Grenzen – sondern auch den Straßenbelag selbst.

Die Betonplatten auf den Fahrbahnen halten dieser Gluthitze nicht immer stand. Es kommt zu sogenannten "Blow-ups", also plötzlichen Aufwölbungen des Belags. Laut Asfinag treten diese Schäden auch bei uns immer wieder auf – vor allem im Großraum Wien. Um gefährliche Spurensperren tagsüber zu vermeiden, werden die betroffenen Stellen vorerst nur provisorisch repariert, nachts erfolgt dann die endgültige Sanierung.

Tägliche Kontrolle jeder Strecke

Um rechtzeitig reagieren zu können, kontrolliert die Asfinag alle Autobahnen und Schnellstraßen mindestens einmal täglich. Dabei suchen Mitarbeitende gezielt nach Rissen, Hebungen oder anderen Veränderungen im Straßenbelag. Sobald etwas auffällt, wird sofort gehandelt – schnell und effizient.

Besonders hitzeanfällige Streckenabschnitte gibt es in Österreich laut ASFINAG derzeit keine. Auch spezielle Tempolimits wegen der Hitze sind auf Autobahnen nicht vorgesehen. Der Zustand der Fahrbahn werde gut im Auge behalten, heißt es – technische Maßnahmen speziell wegen der Hitze seien aber nicht notwendig.

Gluthitze im Dienst – was ASFINAG-Mitarbeitende aushalten

Während viele Autofahrer bei 130 km/h im klimatisierten Fahrzeug unterwegs sind, schuften ASFINAG-Teams direkt an der glühenden Quelle. Um die Belastung möglichst gering zu halten, werden die Arbeitszeiten angepasst und möglichst in kühlere Tageszeiten verschoben. Tätigkeiten werden verkürzt, regelmäßige Pausen sind vorgesehen.

Mitarbeitende bekommen Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, Thermosflaschen mit Trinkwasser, Mineralgetränke, und werden regelmäßig medizinisch betreut. Selbst arbeitsmedizinische Hautuntersuchungen sind Teil der Vorsorge. Die Gesundheit der Beschäftigten stehe an oberster Stelle, betont die ASFINAG.

Spiegelei-Test? Keine Chance auf der Straße

"Heute" wollte wissen: Reicht diese Gluthitze, um auf dem Beton ein Spiegelei zu braten? Die Antwort von der ASFINAG ist eindeutig: Selbst bei 55 Grad würde es Stunden dauern, bis ein Ei zu stocken beginnt.

Die große Frage bleibt jedoch: Hält das Material dieser extremen Hitze stand? Laut Asfinag ist man gut vorbereitet. Schäden werden sofort repariert, die Kontrollfrequenz ist hoch, und der Zustand der Fahrbahn bleibt stabil – auch bei 55 Grad Bodentemperatur.

Bleibt zu hoffen, dass der Sommer keine neuen Rekorde aufstellt – und wenn doch, dass das nicht auch den Asphalt zum Kochen bringt.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 02.07.2025, 19:06
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