Auf den Fidschi-Inseln spitzt sich die HIV-Lage dramatisch zu. Nach einem starken Anstieg der Infektionen hat die Regierung nun den nationalen Notstand ausgerufen. Nach Angaben von Gesundheitsminister Ratu Antonio Lalabalavu ist inzwischen jeder 60. Erwachsene betroffen.
"Das bedeutet, dass HIV mittlerweile eine nationale Krise darstellt – und die Regierung geht auch entsprechend damit um. Es geht nicht mehr weiter wie bisher", erklärte Lalabalavu in einer Videobotschaft.
Die bisherigen Gegenmaßnahmen reichen nach Einschätzung des Gesundheitsministers nicht aus. Fidschi will deshalb mehr HIV-Tests durchführen und den Zugang zu Behandlungen ausweiten. Drogenabhängige sollen zudem kostenlos saubere Spritzen und Therapieangebote erhalten.
Wie stark sich die Situation verschärft hat, zeigen Daten von UNAIDS: Innerhalb von 15 Jahren haben sich die HIV-Infektionen verzwölffacht. Von rund 9.000 Infizierten wussten demnach nur 39 Prozent von ihrer Infektion, lediglich 22 Prozent erhielten die notwendige Behandlung.
Bereits im Jänner 2025 hatte Fidschi einen Aids-Ausbruch erklärt. Von Jänner bis September 2024 waren 1.093 Neuinfektionen registriert worden – eine Verdreifachung.
Besonders alarmierend sind laut "Fiji Times" die Zahlen bei Schwangeren: Bei Vorsorgeuntersuchungen wird demnach bei einer von 50 Frauen HIV festgestellt.
In dem Inselstaat leben mehr als 930.000 Menschen, jährlich kommen rund eine Million Touristen. Die nationale Menschenrechtskommission fordert für sämtliche Maßnahmen im Zuge des Notstands eine klare Rechtsgrundlage.