Feinste Hotels, ausgiebige Abendessen und persönliche Assistentinnen – obwohl er für das alles gar kein Geld hatte, soll sich ein US-Amerikaner (44) sich in Wien als wohlhabender Neurochirurg mit einer florierenden Firma ausgegeben haben. Von August bis Dezember 2025 lebte der angebliche Arzt in Saus und Braus, bevor der schwere Schwindel aufflog.
Um seinem laut Zeugen "überaus eloquenten Auftreten" zusätzlich Seriosität zu verleihen, dürfte der durchaus gesprächige "Geschäftsmann" sogar selbst bearbeitete Fotos renommierter Unternehmer auf seiner Website unter "Team" eingebaut haben.
Dann quartierte sich der angebliche Tausendsassa unter falschem Fantasienamen und mit acht verschiedenen aktiven E-Mail-Adressen in einem Business-Hotel beim Prater ein. Wochenlang nutzte er dort genüsslich Co-Working-Plätze, Tagungsräume und ließ sich die Gastronomie schmecken. Tag für Tag kostete er sich durchs Buffet durch, sogar seine Familienmitglieder naschten mit – am Ende blieb eine Rechnung über stolze 50.292 Euro offen.
"Mein Mandant hat einen überaus luxuriösen Lebensstil gepflegt, geriet dann in eine finanzielle Schieflage und lebte dennoch einfach weiter. Am Beginn war noch der Glaube daran da, dass Geld durch Projekte hereinkommt – dann brach das Kartenhaus in sich zusammen", wollte Top-Verteidiger Florian Kreiner donnerstags am Wiener Landl reinen Tisch machen.
Der Angeklagte gab an, in Harvard und an einer Uni in Russland studiert zu haben. Die von der Staatsanwaltschaft beschriebene "Vorliebe für luxuriöse Hotels, das Reisen" bestritt er nicht – und bekannte sich schuldig. Sein Wunsch "unliebsame Alltagsbürden an Assistenten delegieren zu können", wurde ihm zum Verhängnis.
Zwei aufgebrezelte Ukrainerinnen, die er im "Schönheitssalon" kennengelernt haben will, sahen für ihre Arbeit als persönliche Assistenz keinen Cent. Schließlich zeigten sie den 44-Jährigen an, für den die Handschellen klickten.
Seither sitzt der falsche Arzt echt im Gefängnis. "Meine Frau will sich jetzt von mir scheiden lassen und meiner Tochter geht es schlecht. Ich habe alles verloren", jammerte der wegen gewerbsmäßig schweren Betrugs Angeklagte. Und bekam die Rechnung präsentiert: 14 Monate teilbedingte Haft – nicht rechtskräftig.