Ein vermeintlich gewöhnlicher Einsatz wegen Lärms nahm in Wien-Hernals eine überraschende Wendung. Polizisten wurden in der Nacht auf Mittwoch gegen 0.15 Uhr zu einem Wohnhaus im 17. Bezirk gerufen. Schon im Stiegenhaus hörten sie drei Frauen laut reden und lachen.
Die Frauen wirkten laut Polizei durch Alkohol und Suchtmittel beeinträchtigt. Auf die Frage, aus welcher Wohnung sie gekommen seien, reagierten sie nur zögerlich. Zudem machten sie widersprüchliche Angaben dazu, ob sich noch weitere Personen in der Wohnung befanden.
Aus der betreffenden Wohnung nahmen die Polizisten außerdem ungewöhnliche Geräusche wahr. Trotz mehrmaliger Aufforderung öffnete niemand die Tür. Weil die Beamten nicht ausschließen konnten, dass sich darin eine hilflose oder gefährdete Person befand, öffneten sie die Wohnungstür gewaltsam.
Beim Betreten schlug den Polizisten starker Cannabisgeruch entgegen. In der Wohnung trafen sie auf zwei Männer im Alter von 25 und 28 Jahren, die ebenfalls Anzeichen einer Beeinträchtigung durch Alkohol und Suchtmittel zeigten.
Bei der anschließenden Durchsuchung machten die Beamten schließlich einen umfangreichen Fund: Rund 1,1 Kilogramm Cannabiskraut, Verpackungsmaterial und mehrere Utensilien zum Anbau von Cannabis wurden sichergestellt.
Damit nicht genug: Die Polizisten entdeckten auch gestohlene Urkunden und mutmaßliches Falschgeld. Die Gegenstände wurden ebenfalls sichergestellt.
Die beiden Männer wurden vorläufig festgenommen. Gegen die drei Frauen im Alter von 20 und 22 Jahren wurden Anzeigen erstattet. Aus einem nächtlichen Einsatz wegen Lärms wurde damit binnen kurzer Zeit ein Fall für die Kripo.