Indien hat US-Präsident Donald Trump für einen Beitrag in seinem Onlinedienst Truth Social scharf kritisiert, in dem Indien als "Höllenloch" bezeichnet wird. Der Kommentar sei "unangemessen", sagte der Sprecher des indischen Außenministeriums, Randhir Jaiswal, am Freitag. Die Bemerkungen seien "offensichtlich uninformiert, unangemessen und geschmacklos", fügte er hinzu.
Trump hatte am Mittwoch (Ortszeit) einen Artikel verlinkt, der offenbar auf einen konservative Podcaster zurückgeht. In dem Text wird das verfassungsmäßige Recht in den USA angeprangert, nach dem alle auf US-Boden Geborenen automatisch die US-Staatsbürgerschaft erhalten. "Jedes Baby wird hier sofort zum Staatsbürger, und dann holen sie die ganze Familie aus China, Indien oder einem anderen Höllenloch auf dem Planeten hierher", heißt es in dem Beitrag.
In dem Text werden außerdem indische Einwanderer beschuldigt, keine weißen US-Amerikaner in ihren Unternehmen einzustellen und nur schlecht Englisch zu sprechen.
Dieser Text spiegele "sicherlich nicht die wirklichen Beziehungen zwischen Indien und den USA wider, die auf gegenseitigem Respekt und gemeinsamen Interessen beruhen", erklärte der Sprecher des indischen Außenministerium.
Kritik kam auch von US-Politikern. Trumps Post sei "beleidigend, ignorant und unter der Würde seines Amtes", erklärte der demokratische Kongressabgeordnete Ami Bera aus Kalifornien. "Präsident Trump, der in Reichtum und Privilegien hineingeboren wurde, musste noch nie so kämpfen wie so viele Einwandererfamilien", fügte er hinzu. Die Hindu American Foundation sprach im Onlinedienst X von "hasserfüllter, rassistischer Hetze".
Nach anfänglicher Nähe war der indische Premierminister Narendra Modi unlängst bei Trump in Ungnade gefallen, weil er Trumps Rolle bei der Vermittlung im Konflikt zwischen Indien und Pakistan angeblich heruntergespielt hatte. In der Folge hielt Trump monatelang an hohen Zöllen gegen Indien fest, im Februar schlossen beide Länder schließlich ein Handelsabkommen. Im Mai ist ein Besuch von US-Außenminister Marco Rubio in Indien geplant.