Der Fall sorgt in OÖ für neue Aufregung: Ein 50-jähriger Angestellter aus Marchtrenk suchte laut eigenen Angaben kurz vor Weihnachten mehrmals Hilfe im Klinikum Wels. Er klagte über starke Schmerzen, wurde laut eigenen Angaben jedoch jedes Mal mit Schmerzmitteln und dem Rat, abzunehmen, nach Hause geschickt.
Der Mann leidet seit einer Grippe vor zwei Jahren an Herzproblemen, in seinem Körper sammelt sich Wasser an. Mit Medikamenten hatte er die Beschwerden bisher im Griff. Doch im Dezember verschlechterte sich sein Zustand deutlich, innerhalb weniger Tage nahm er stark zu. Sein Hausarzt empfahl ihm, Gewicht zu verlieren.
Am 23. Dezember suchte er zweimal das Spital auf, am 29. Dezember erneut. Zu diesem Zeitpunkt wog er bereits 160 Kilo und hatte massive Schmerzen im linken Rippenbereich. "Man hat wieder nur gemeint, ich solle abnehmen", schildert der 50-Jährige in der "Krone". Danach ging es ihm rapide schlechter. Er berichtet von Halluzinationen und einem Zustand wie im Delirium.
Am 5. Jänner wurde er schließlich erneut ins Klinikum gebracht. Dort folgte die dramatische Diagnose: Zwei gebrochene Rippen hatten seine Lunge verletzt, es bestand akute Lebensgefahr. Eine Not-Operation war notwendig. Ein Arzt informierte seine Frau, dass er sterben könnte. Die Betreuung rund um den Eingriff sei gut gewesen, betont der Patient.
Bis heute kämpft er mit den Folgen des künstlichen Tiefschlafs, leidet an Schlafproblemen und ist schreckhaft. Besonders verletzt ihn der Eindruck, wegen seines Gewichts nicht ausreichend untersucht worden zu sein. Er vermutet, dass eine Anpassung der Medikamente die Entwicklung womöglich verhindert hätte. Wie es zu den Rippenbrüchen kam, ist weiterhin unklar.
Das Klinikum Wels weist die Vorwürfe zurück. Nach Durchsicht der Unterlagen habe es bis 29. Dezember keinen Hinweis auf eine schwere Erkrankung gegeben. Der 50-Jährige hat inzwischen den Patientenanwalt eingeschaltet.