Angehörige von US-Soldaten sind in großer Sorge um ihre Liebsten. Konkret geht es um die Besatzung des US-Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln. Aufgrund der Lage im Nahen Osten das Schiff, das im November 2025 in San Diego ablegte und Richtung Pazifik fahren sollte, dorthin umgeleitet.
Die Folge war ein harter und vor allem langer Einsatz. Die Soldaten verbrachten über 270 Tage auf See, währenddessen legte man nur in zwei Häfen kurz an. Dies hinterließ bei der Besatzung spuren.
So berichtete die Ehefrau eines Soldaten gegenüber der Zeitung der US-Streitkräfte "Stars and Stripes" von besorgniserregenden Nachrichten ihres Mannes. "Ich hoffe, morgen nicht aufzuwachen", soll er seiner Frau geschrieben haben. Auch in weiteren Interviews und Social-Media-Beiträgen von Soldaten und Angehörigen ist von der dramatischen Lage zu hören. Es wird von sinkender Moral in der Crew und Suizidgedanken gesprochen.
Suizidgedanken? Es gibt Hilfe.
In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen – außer Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.
Wenn du unter Suizidgedanken, Depressionen oder anderen Ausnahmesituationen leidest, bietet die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 von 0-24 Uhr kostenlos und anonym schnelle Unterstützung.
Weitere Ansprechstellen für Betroffene:
Kriseninterventionszentrum Wien: 01/40 69 595
Rat auf Draht: 147
Weisser Ring - Verbrechensopferhilfe: 0800 / 112 112
Demnach war von Soldaten zu hören, die daran gehindert wurden von dem Flugzeugträger zu springen. So auch der Ehemann einer Frau, die mit der "Navy Times" sprach. Nachdem der Dienst des Soldaten erneut verlängert wurde, habe er dem Ganzen so entfliehen wollen. Nun habe er eine unehrenhafte Entlassung zu befürchten.
Der Einsatz der USS Abraham Lincoln hätte eigentlich im Mai enden sollen, wurde jedoch immer wieder verlängert. Dies machte sich dann auch bei der Versorgung und der Infrastruktur an Bord bemerkbar. So seien Duschen schimmelig und Toiletten kaputt geworden. Eine Wäscherei sei wochenlang außer Betrieb gewesen. Essensrationen schrumpften – manchmal gab es nur eine Tasse Reis und zwei Tortillas. Selbst Seife, Deo und Zahnpasta gingen aus.
Kein Wunder, wenn man den Einsatz des Flugzeugträgers analysiert. Normalerweise müssen solche Schiffe alle 30 bis 45 Tage einen Hafen anlaufen. Nur so könne man Vorräte für die Menge an Soldaten auffüllen, Wartungsarbeiten durchführen und den Crewmitgliedern auch Ruhe ermöglichen. Die Soldaten der USS Abraham Lincoln befanden sich jedoch 250 Tage in Folge auf See. Zwischen den zwei kurzen Stopps lagen ganze sieben Monate.