Die Entlassung von Peter Stöger hat den gewünschten Umschwung nicht eingeleitet. 0:3 beim LASK, Heim-Pleite gegen Ried – die Hütteldorfer sind im freien Fall und plötzlich nur mehr einen Punkt über dem Strich zum unteren Playoff.
Geschäftsführer Steffen Hofmann stellte sich jetzt im Podcast "GELB-ROT – Der Fußball-Talk" den kritischen Fragen von Rapid-Ikone Kurt Garger und Frenkie Schinkels. Zur Erinnerung: Garger hatte letzte Woche im großen "Heute"-Interview den Finger in die Wunde gelegt und die Brennpunkte seines Herzensklubs knallhart aufgezeigt (Rapid-Ikone: "Angst, nicht mehr am Futtertrog zu sein").
Neben Garger üben auch andere Klub-Legenden harte Kritik. Hans Krankl sagte jüngst: "Der Kader wurde in den Himmel gelobt, aber die Spieler sind nicht gut genug." Und: "Der Tiefpunkt ist erreicht."
Was sagt Hofmann zum Kader von Sportchef Markus Katzer? "Wenn wir vor drei Monaten dagesessen wären, hatten wir gesagt: Der Mäki macht einen großartigen Job. Jetzt ist es genau andersrum. Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte liegen." Brisanter Nachsatz: "Ob man diesen eingeschlagenen Weg weitergeht, oder nicht … das wird die Frage sein, mit der man sich ganz, ganz intensiv auseinandersetzen muss."
Dabei präzisiert der einstige Spielmacher nicht, wer oder was genau mit dem "eingeschlagenen Weg" gemeint ist. Hofmann streicht die Hierarchie der drei Geschäftsführer hervor. Alle drei (Katzer: Profis & Amateure; Daniela Bauer: Wirtschaft, Hofmann: Nachwuchs, Mädchenfußball u.a.) seien auf der gleichen Ebene, hätten aber klar abgesteckte Aufgabengebiete.
Hofmann vermeidet ein klares Urteil über den Kader, sagt aber: "Wir wissen, dass uns Burgi extrem abgeht. Der war einfach einer, an dem sich die Jungs auch festhalten konnten. Da wissen wir schon, dass da einige Dinge sind, die man anders machen und daraus lernen muss."
Der 45-Jährige blickt auf den erfolgreichen Saisonstart zurück: "Viele Experten wollten im September schon den Rathausplatz. Ich bin auch damals einer der Vorsichtigen gewesen, weil ich mir die Spiele auch angeschaut habe. Es war vieles extrem knapp."
Brisant: Dabei habe selbst der entlassene Stöger seine Probleme mit seinem Spielermaterial gehabt. Hofmann: "Peter war mit einigen Dingen in der Kaderzusammenstellung nicht ganz so happy. Er hatte wahrscheinlich andere Vorstellungen als der Mäki. Aber da musst die wahrscheinlich eher die beiden einladen als mich. Ansonsten habe ich versucht, mit dem Peter doch auszutauschen – auch wenn es nicht unbedingt in meinem Bereich gelegen ist. Ich bin ganz gut mit Peter gewesen. Wir haben einen regen Austausch gehabt. Wir haben uns immer wieder versucht, gegenseitig zu helfen. Das hat nur dann zum Ende hin eher schlecht geklappt. Aber ja: Es ist einmal wichtig, zu wissen, dass es Bereiche gibt …"
Jener des Trainers ist vakant. Stefan Kulovits wurde zwar von Katzer in Aussicht gestellt, dass aus der Interimslösung eine fixe werden könnte. Der Start in seine Ära war aber nicht vielversprechend. Jener von Katzer selbst schien noch bis vor wenigen Tagen ebenso unsicher zu sein. Der Sportboss wurde von Salzburg umworben und soll mit dem Liga-Rivalen gesprochen haben. Am vergangenen Wochenende gab es dann auch öffentlich die klare Absage: "Ich bin hier noch nicht fertig."
Nach der Entlassung von Robert Klauß im Vorjahr, Peter Stöger im November, muss der nächste Trainer sitzen – und auch mit dem Katzer-Kader arbeiten können.
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